Zu Beginn sei das Wachstum daher gekommen, dass Galderma in verschiedene Länder expandiert haben, in denen es als Nestlé-Sparte nicht vertreten war, sagte Ørnskov in einem am Freitag publizierten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (online). So sei das Unternehmen in China und Indien eingestiegen und habe das Geschäft in Lateinamerika und den USA erweitert.
Heute gehe es aber darum, das grosse Produktportfolio in diese Länder zu bringen, so Ørnskov. «Zudem wachsen unsere grossen Produkte wie das Hautmedikament Nemluvio oder der Biostimulator Sculptra sehr stark.»
Nicht ausruhen
Dass es Galderma gelungen sei, nur zweieinhalb Jahre nach dem IPO in den SMI aufzusteigen, mache ihn sehr stolz, sagte der Galderma-CEO. «Allerdings dürfen wir uns nicht ausruhen, denn aus dem Index kann man auch wieder herausfallen.»
Gelassen gab sich Ørnskov in Bezug auf das Faltenmittel Relfydess, nachdem die US-Behörden beim Zulassungsantrag im Juli erneut Nachbesserungen verlangt hatten. Nun stehe ein Treffen mit der FDA bevor, das «hoffentlich in den nächsten Monaten» stattfinden werde. «Dort präsentieren wir unsere Lösungen Punkt für Punkt - und wir haben eine überschaubare Liste an Punkten.»
Ergänzende Akquisitionen gesucht
Beim Thema Akquisitionen will der CEO vorsichtig vorgehen: «Selbstverständlich werden wir das Produktportfolio irgendwann ergänzen. Aber für mich zählt nicht die schiere Grösse.» Gerne würde er aber in gewissen Bereichen ergänzende Zukäufe machen können. Das betreffe etwa die Ästhetik oder den Konsumgüterbereich.
Der Konzern habe alle Instrumente der Kapitalallokation im Blick, von Dividenden über Aktienrückkäufe bis hin zu Investitionen, sagte er weiter. Transformative Zukäufe schloss der CEO klar aus: «Wir sind mit unserer Plattform hervorragend aufgestellt.»
Forschungskooperation mit L'Oréal
Den Grossinvestor L'Oréal, der rund 20 Prozent an Galderma hält, sehe er als guten Investor, so der CEO. «Wir sind harte Konkurrenten, arbeiten aber auch an einem gemeinsamen Forschungsprojekt.» Dabei gehe es um ein Projekt, bei dem man versuche zu verstehen, wie sich Kollagen stimulieren lasse. Der klinische Teil der Forschung finde in New York statt und kommt sehr gut voran.
Ørnskov selbst denkt trotz seiner 68 Jahre offenbar nicht an einen unmittelbaren Rückzug. Entscheidend seien Energie und Leistung, sagte er auf eine entsprechende Frage. Er arbeite nicht nur des Geldes wegen, sondern weil ihm die Aufgabe Freude bereite. «Wir haben viel aufgebaut, aber unser Weg ist noch nicht zu Ende.»
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(AWP)
