Neben den möglichen Synergien erhalte Galderma Zugang zu Märkten, in denen das Unternehmen bislang noch nicht stark vertreten war, kommentierten Analysten den Kauf.

Ähnlich äussert sich auch Firmenchef Flemming Ørnskov selbst. Mit der Übernahme stärkt Galderma das Geschäft mit medizinischer Hautpflege und treibt damit das Wachstum im Segment der über Ärztinnen und Ärzte vertriebenen Hautpflegeprodukte voran, wie Ørnskov im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte.

«ZO Skin Health passt strategisch gut zum Konzern», zeigt sich Ørnskov überzeugt. «Entscheidend ist dabei auch die wissenschaftliche Qualität der Produkte sowie ihre Reputation bei medizinischen Fachkreisen.» Die Marke ergänze zudem das bestehende Hautpflegegeschäft mit der US-Marke Alastin.

Hervorragende Ergänzungen

Während Alastin auf regenerative Pflege vor und nach dermatologischen und ästhetischen Eingriffen ausgerichtet ist, konzentriert sich ZO Skin Health auf die tägliche Hautpflege mit strukturierten Routinen. «Die beiden Produktportfolios ergänzen sich hervorragend», sagte der CEO. Galderma könne damit unterschiedliche Bedürfnisse abdecken und bestehende Kontakte zu medizinischen Fachleuten stärker für ZO nutzen.

Den Kaufpreis will Galderma in bar begleichen. Dafür greift das Unternehmen laut CEO auf bereits vorhandene liquide Mittel sowie Bankfinanzierungen zurück. Verkäufer sind unter anderem von Blackstone Tactical Opportunities verwaltete Fonds sowie die Familie des Markengründers Zein Obagi.

Die Übernahme soll im vierten Quartal 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden. Voraussetzung sind unter anderem die Genehmigungen der Behörden. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Abschluss dürfte sich der Zukauf noch nicht auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirken.

Für 2027 rechnet Galderma allerdings mit einer leicht tieferen operativen Gewinnmarge. Ab 2028 soll diese wieder ungefähr dem Konzerndurchschnitt entsprechen.

Sortiment vor Überprüfung

Als nächsten Schritt will Ørnskov das Sortiment von ZO Skin Health mit mehr als 40 Produkten überprüfen. Die Investitionen sollen stärker auf ausgewählte Produkte konzentriert werden. Mit Blick auf die bisherigen Eigentümer sagte der CEO: «Wir glauben, dass sie ein wenig zu wenig investiert haben.» Galderma wolle sich auf Produkte fokussieren, die wissenschaftlich und inhaltlich überzeugten. Anschliessend sollen auch Marketing und Vertrieb verstärkt werden.

Auch international sieht Galderma Potenzial. ZO Skin Health sei unter anderem in Grossbritannien, Japan und Kanada stärker vertreten als Alastin. «Mit zwei Produktportfolios in diese Märkte hineinzugehen, ist für uns selbstverständlich einfacher, als nur mit einem Produktportfolio», sagte Ørnskov.

hr/to

(AWP)