Das Geld soll demnach binnen zwei Jahren ausgegeben werden. Wenn man den Markt sich selbst überlasse, würden die leistungsstärksten KI-Werkzeuge zunächst für die Menschen und Institutionen entwickelt werden, die am meisten in der Lage seien, dafür zu bezahlen, warnte Gates. Andere könnten sie aber dringender brauchen.

Von dem Betrag sollen jeweils rund 40 Prozent in Bildung und Gesundheitswesen investiert werden, wie die Stiftung mitteilte. Zehn Prozent sollen in digitale Grundlagen fliessen - wie etwa den Aufbau von Datensätzen für KI in Sprachen, die bisher unterrepräsentiert sind. Die restlichen zehn Prozent sind für die Agrarwirtschaft vorgesehen, zum Beispiel KI-Empfehlungen an Landwirte.

«Der Staat muss eingreifen»

In einem Interview der Wochenzeitung «Die Zeit» sprach sich Gates zudem für eine staatliche Regulierung Künstlicher Intelligenz aus. «Wir können nicht erwarten, dass sich die Branche selbst reguliert», betonte er. «Der Staat muss hier eingreifen.» Gates zeigte sich auch überrascht davon, dass es bislang keine gesellschaftliche Reaktion auf die grossen Sprünge der Technologie gegeben habe. Über die Risiken von KI werde fast ausschliesslich in der Branche gesprochen: «Was mir fehlt, ist der Rest der Gesellschaft.»

Angestossen von eigenständigen Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz gibt es aktuell eine scharfe Debatte über die Risiken der Technologie. Einige frühere und aktuelle Mitarbeiter von Entwicklerfirmen äusserten öffentlich die Sorge, dass KI zur Vernichtung der Menschheit führen könne.

Die Gates Foundation gehört zu den grössten wohltätigen Stiftungen der Welt. Das Ansehen des Microsoft-Mitgründers hatte wegen Enthüllungen rund um seine Kontakte zum berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gelitten. Gates bekräftigte im «Zeit»-Interview frühere Äusserungen, dass der Kontakt zu Epstein rückblickend «ein schwerer Fehler» gewesen sei./so/DP/stk

(AWP)