Die Abstimmung erfolgte, obwohl ein Gericht die vorherige Umbenennung verboten und verfügt hatte, dass Trumps Name abmontiert werden muss - was auch passierte. Ob das Gremium mit seinem Plan nun Erfolg haben wird, ist offen. Mehreren Medien zufolge muss ein Gericht dies überprüfen und genehmigen.

Umbenennung führte zu Protest

Im Dezember 2025 war das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt worden, nachdem Trump kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 die Einrichtung unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen «anti-amerikanische Propaganda» in der Kulturwelt angekündigt hatte. Er entliess mehrere Mitglieder des Kuratoriums und übernahm den Vorsitz. Die Umbenennung führte zu grossem Protest. Künstler sagten Auftritte ab.

Ein Richter in der US-Hauptstadt hatte im Mai die Entfernung des Namens Trump dann damit begründet, dass der Kongress einst dem Kennedy Center seinen Namen gegeben habe. Folglich dürfe auch nur das US-Parlament diesen ändern. Dagegen legte das Kennedy Center Berufung ein, die in der Hauptsache noch nicht entschieden ist.

Greift das Gremium zu einem Trick?

Das Gremium könnte laut «New York Times» mit der Abstimmung über einen Umweg versuchen, Trumps Name schlussendlich doch wieder ans Gebäude zu bringen: Dieser soll demnach nicht als offizielle Umbenennung des Kennedy Centers, sondern als Zusatzhinweis auf seine geplante Restaurierung und Renovierung an die Fassade montiert werden. Nach dem Willen des Gremiums soll der Zusatz «Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump» angebracht werden, wie neben der «New York Times» auch der Sender NPR berichtete. Ein konkreter Zeitpunkt für eine Montage wurde in den Medienberichten nicht genannt.

Im Kennedy Center am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannt.

Einrichtung soll für Renovierung geschlossen werden

Ausserdem stimmte das Gremium dafür, dass die Kultureinrichtung für zweijährige Renovierungsarbeiten geschlossen werden soll. Laut dem Sender NPR sei ein Grossteil des Gebäudekomplexes von der geplanten Schliessung betroffen. So soll ein eingeschränktes Veranstaltungsprogramm möglich sein.

Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus bereits im Juli schliessen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch der Richter hatte die Schliessung vorläufig gestoppt, weil nach seiner Ansicht eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung für die Entscheidung zur Schliessung fehlte. Die Instandsetzungen dürfen aber fortgesetzt werden. Das Gericht hinderte die Entscheider auch nicht grundsätzlich daran, die Einrichtung vorübergehend zu schliessen. Es bedürfe aber einer ordnungsgemässen Prüfung./rin/DP/zb

(AWP)