Unbekannte verschafften sich in der Nacht vom 7. Oktober Zugang zu einer Testumgebung des Onlinehändlers, wie der «Blick» am Mittwoch auf seiner Homepage berichtete. «Unsere Systeme waren Ziel massiver Hackversuche, und solche Versuche halten weiterhin an», heisst es auf der Offerz-Webseite.

In einem Fall gelang ein Zugriff auf eine Testumgebung, in der eine Kopie der Bestelldaten des Onlineshops offerz.ch aus dem Januar 2026 lag. «Der Zugriff erfolgte in der Nacht des 7. Oktober 2026 und wurde am Morgen des 9. Oktober 2026 entdeckt.»

Betroffen seien Namen, Wohn- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, IP-Adressen sowie Angaben zum Zahlungsmittel. Passwörter und Zahlungsdaten waren laut Offerz nicht betroffen. «Ob die Daten tatsächlich abgeflossen sind, können wir nicht gesichert nachweisen. Da der Zugriff möglich war, gehen wir vorsorglich davon aus», hiess es bei Offerz weiter.

Passwörter seien in der betroffenen Datenkopie nicht enthalten. Rein vorsorglich habe man trotzdem eine Passwort-Reset-Pflicht aktiviert. Beim nächsten Login würden die Kunden aufgefordert, das Offerz-Passwort zurückzusetzen.

Offerz erklärte weiter, eine Kopie der Bestelldaten sei bei technischen Arbeiten erstellt und in einem Cloud-Speicher abgelegt worden, auf den die Testumgebung Zugriff hatte. Die Datei hätte nach Abschluss der Arbeiten gelöscht werden müssen. Dies sei ein Fehler gewesen. Ein externer IT-Dienstleister sei für den Betrieb der Server und die Programmierung zuständig gewesen.

Offerz deaktivierte die betroffene Testumgebung, sperrte Zugänge und überprüfte die übrigen Systeme. Das Unternehmen warnte ausdrücklich vor möglichen Betrugsversuchen. Offerz hat Strafanzeige erstattet und den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) sowie das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) informiert.

(AWP)