Die Aktie fiel am Ende des Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 8 Prozent auf 1.248 Euro. Damit setzt sich die schwache Entwicklung fort, in diesem Jahr liegt das Minus bereits bei mehr als 40 Prozent. Hermes steuert so auf das schwächste Jahr seiner Börsengeschichte zu. Die Anteile des Unternehmens werden seit 1993 gehandelt.
Die enttäuschenden Hermes-Zahlen belasteten auch die Papiere anderer Luxuswerte. So weitete die LVMH-Aktie ihr Minus im bisherigen Jahresverlauf um einen Prozentpunkt auf 40 Prozent aus. Der französische Konkurrent hatte zuletzt ebenfalls unter einem schwachen China-Geschäft gelitten.
Bei Hermes ist das Rekordhoch von 2.957 Euro aus dem Frühjahr 2025 in weiter Ferne. So wenig wie aktuell war das Papier zuletzt im Herbst 2022 wert. Wegen des massiven Rückgangs ist das Unternehmen an der Börse nur noch etwas mehr als 130 Milliarden Euro wert. In der Spitze waren es mal mehr als 310 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel der Anteile gehören der Familie des Unternehmensgründers Thierry Hermes.
Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Investmentbank RBC sprach von durchwachsenen Resultaten. Aus Sicht von James Grzinic von Jefferies verfehlte Hermes selbst die zuletzt gesunkenen Erwartungen. Abseits der anziehenden Ledersparte habe sich der Rückstand in den anderen Kategorien auf ein bislang unerreichtes Niveau verschlimmert.
Konzernweit legten die um Währungseffekte bereinigten Erlöse um 4,3 Prozent auf fast 4,1 Milliarden Euro zu. Auch hier enttäuschte Hermes die Erwartungen der Experten. Erfolgreicher als in Asien schnitt Hermes in Amerika und auch in Europa ab. Konzernchef Axel Dumas sprach von einem «komplexen Umfeld», in dem Hermes Kurs halte.
Produktseitig beruht der Erfolg von Hermes in den vergangenen Jahren vor allem auf der hohen Nachfrage nach Handtaschen. Bei den Birkin- und Kelly-Handtaschen - benannt nach der verstorbenen britischen Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin und inspiriert von Prinzessin Grace Kelly.
Bei diesen Taschen, die sowohl als Statussymbol als auch Wertanlagen gelten, übersteigt die Nachfrage regelmässig das Angebot und es gibt lange Wartezeiten. So kann der Konzern die Birkin-Handtaschen in der Regel für etwa 10.000 Euro verkaufen - Sondermodelle bringen oft noch wesentlich mehr. Beim Wiederverkauf erzielen sie oft deutlich höhere Preise.
Das 1837 gegründete Unternehmen stellt neben den Handtaschen eine breite Palette von Luxusgütern, die von Schreibutensilien über Koffer, Kleidung und Decken bis hin zu Sätteln reicht./men/zb/jha/
(AWP)
