«Unser Rekordauftragsbestand verschafft uns hervorragende Perspektiven für die Zukunft», sagte Unternehmenschef Juan Santamaría Cases laut einer Mitteilung. Der Manager ist auch Chef der Hochtief-Muttergesellschaft ACS , eines spanischen Bau- und Infrastrukturkonzerns. Hochtief erhalte mehr Aufträge in den Märkten, in denen der Konzern das grösste strukturelle Nachfragepotenzial sehe, sagte der Manager. Das erst im Sommer angehobene Gewinnziel bestätigte der Dax -Konzern.

Die Aktie gab nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen erst einmal um bis zu 9 Prozent nach. Zuletzt reduzierte sich der Abschlag wieder deutlich und das Papier verlor rund zwei Prozent auf 360,60 Euro.

Anleger reagieren derzeit auf den KI-Megatrend sehr sensibel. Er bekommt seit einiger Zeit einen Dämpfer aus Sorge vor Übertreibungen, der seit dem Rekordhoch im Mai auch die Hochtief-Aktien erfasst hat. Hinzu kommt neuerdings das Ergebnis der US-Zwischenwahlen. Anleger fürchten, dass mit einer stärkeren Macht der Demokraten die Regulierung im KI-Bereich anziehen könnte.

Im dritten Quartal legte der um Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 271,9 Millionen Euro zu. Im laufenden Jahr rechnet Hochtief seit dem Sommer mit einem bereinigten Nettogewinn von 1,025 bis 1,1 Milliarden Euro. 2025 war der bereinigte Gewinn auf 789,3 Millionen gestiegen. Der Umsatz kletterte in den drei Monaten bis Ende September um 22,3 Prozent auf gut 11,9 Milliarden Euro.

Der Wachstumskurs bei Gewinn und Auftragseingang sei durch eine steigende Nachfrage in den vier Wachstumsbereichen Künstliche Intelligenz, Energie, Verteidigung sowie kritische Mineralien gestützt worden, hiess es. Man profitiere weiterhin von einer steigenden Nachfrage nach hochmoderner Infrastruktur.

Das Unternehmen verwies auf kürzlich erzielte Auftragseingänge etwa für Rechenzentren in Asien, den USA und Europa, für den Bau eines Sammlungs- und Forschungszentrums für das Museum für Naturkunde Berlin, für Arbeiten am Nuklearstandort Sellafield in Grossbritannien und den Ausbau eines Übertragungsnetzes in Australien. Der Auftragseingang wuchs im Quartal um mehr als 60 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung und Cloud-Diensten treibe auch zukünftig erhebliche Investitionen in Rechenzentren und in die dazugehörige Infrastruktur voran, so Hochtief. Die weltweite Rechenzentrumskapazität dürfte sich bis 2030 verdoppeln.

Die Hochtief AG in Essen ist die Konzernobergesellschaft für ein weltweit verzweigtes Geflecht von grossen Baufirmen. Den grössten Teil des Geschäfts macht der Baukonzern mit seinen Auslandstöchtern Turner (USA) und Cimic (Australien). Ende September beschäftigte der Konzern rund 64.400 Menschen, knapp 2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seit dem 22. Juni ist das Unternehmen im Leitindex Dax gelistet./mne/tob/he

(AWP)