Banken USA - Kommt der Glass-Steagall-Act für US-Banken zurück?

US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street beunruhigt als er versprach, ein Gesetz aus der Zeit der «Grossen Depression» zurückzubringen, das Investmentbanking vom Privatkundengeschäft trennt.
18.03.2017 07:08
US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump.
Bild: Bloomberg

Details für seine modernere Version hat er bislang noch nicht auf den Tisch gelegt. Aber Thomas Hoenig, Vice Chairman der US-Einlagensicherung Federal Deposit Insurance hat nun seine Vorschläge gemacht.

Die US-Finanzunternehmen sollten ihr Investmentbankinggeschäft abtrennen und in eine separate "Zwischen-Holding-Gesellschaft" mit eigenem Verwaltungsrat, Vorstand und Kapital einbringen, sagte Hoenig vergangene Woche. Die Gesellschaften könnten auch eine eigene Klasse von Aktien erhalten.

Hoenigs Plan, der ein neues Gesetz erfordern würde, wäre kein exaktes Recyceln des Glass-Steagall-Gesetzes aus dem Jahr 1933, sagte er im Anschluss an eine Rede auf der Konferenz des Institute of International Bankers in Washington im Gespräch mit Journalisten. Aber er könnte das Ziel der Trump-Regierung erfüllen, eine moderne Version des damaligen Trennbankengesetzes, das 1999 aufgehoben wurde, zu schaffen. Die Aufhebung des Glass-Seagall-Act schuf die Voraussetzungen für die modernen Mega-Banken.

"Der derzeitige Vorschlag würde die Fähigkeit einer Universalbank, ihr derzeitiges Portfolio an Aktivitäten fortzuführen nicht verringern", würde aber "nicht-traditionelle Bankaktivitäten" aus dem Sicherheitsnetz staatlicher Programme, wie etwa der Einlagensicherung, heraushalten, sagte Hoenig in seiner Rede. Das Zuckerstück für die Wall Street: Die Notwendigkeit für Tausende Seiten an derzeitiger Regulierung würde wegfallen, so Hoenig.

Trumps Unterstützung

Auf seiner Wahlkampftour im vergangenen Jahr hatte Trump einen Glass-Steagall-Act des 21. Jahrhunderts versprochen. Der Sprecher des Weissen Hauses Sean Spicer hatte in der vergangenen Woche geäussert, dass Trump die Idee immer noch unterstütze. Jedoch hat noch keiner aus der Trump-Regierung bislang dargelegt, wie das aussehen könnte.

Unter Hoenigs Plan würden die ausgefeilten Kapitalanforderungen, die seit der Finanzkrise von 2008 eingeführt wurden, reduziert auf eine einfacheZehn-Prozent-Grenze für Fremdkapitalschulden bei den Wall-Street-Banken. Damit könnten Anforderungen an eine risikokapitalgewichtete Eigenkapitalquote wegfallen, stattdessen müssten sie über ein materielles Eigenkapital verfügen,das mindestens einem Zehntel ihrer Bilanzsumme entspricht.

Auch könnten Hoenig zufolge damit Liquiditätsregeln, Stress-Tests und die jährlichen "Banken-Testamente" wegfallen. Die Einschnitte, die das Volcker-Gesetz für die Banken mit sich brachte könnten ebenfalls "dramatisch" verringert werden.

(Bloomberg)