Die HSBC-Aktie gab kräftig nach und setzte damit ihre jüngste Korrektur fort. Sie büsste in London 6,8 Prozent auf 1.273 Pence ein und zählte damit zu den Schlusslichtern im FTSE 100 . Seit dem Rekordhoch von 1.610 Pence im August ging es um etwas mehr als ein Fünftel nach unten.

Trotz der jüngsten Korrektur ist die Aktie im laufenden Jahr noch etwas mehr als acht Prozent im Plus und entwickelte sich damit in etwa wie der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks . Mit einem Börsenwert von umgerechnet rund 260 Milliarden Euro ist die HSBC die wertvollste Bank ausserhalb Chinas und der Vereinigten Staaten.

Im dritten Quartal kletterte der Gewinn vor Steuern um fast ein Drittel auf 9,6 Milliarden US-Dollar (8,6 Mrd Euro). Bereinigt um Sonder- und Währungseffekte legte das Vorsteuerergebnis unter anderem dank der höheren Zinsen um rund zehn Prozent auf zehn Milliarden Dollar zu. Auch Mittelzuflüsse in das Vermögensverwaltungsgeschäft sowie überraschend wenig Kreditausfälle halfen.

Jefferies-Analyst Joseph Dickerson zeigte sich jedoch insbesondere vom Zinsüberschuss und den Trends in der Vermögensverwaltung enttäuscht. Weiterhin verwies er auf zunehmend vorsichtige Aussagen der Bank zum Einlagengeschäft. Demnach gibt es Wettbewerbsdruck bei Festgeldeinlagen von Kunden in Hongkong und Grossbritannien.

JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein rechnet damit, dass die Konsensschätzungen für das Ergebnis je Aktie in den Jahren 2026 bis 2028 im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken werden. Die HSBC hatte sich Anfang des Jahres zum Ziel gesetzt, bis Ende 2028 eine Eigenkapitalrendite vor Sonderposten von mindestens 17 Prozent zu erzielen. Im vergangenen Jahr hatte die Kennzahl bei 13,3 Prozent gelegen.

Weiterhin kündigte das Institut nun Aktienrückkäufe von einer Milliarde Dollar an und damit nochmal so viel, wie Anfang August verkündet. Zuvor hatte die Bank wegen der Komplettübernahme ihrer Hongkong-Tochter für 14 Milliarden Dollar keine eigenen Aktien vom Markt zurückgekauft./lew/zb/tav/jha/

(AWP)