Die Miliz setzte ihre Angriffe auf das Königreich nach eigenen Angaben fort. Die Huthi hätten unter anderem den Flughafen King Chalid in der saudischen Hauptstadt Riad erneut mit einer Rakete angegriffen, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Reisende und Geschäftsleute wurden erneut aufgefordert, saudische Flughäfen zu meiden.
Saudi-Arabien teilte mit, es seien Raketen der Miliz in Riad sowie in Chamis Muschait im Südwesten des Landes abgefangen worden.
Mindestens 18 Tote am Flughafen Riad binnen einer Woche
Bei dem tödlichsten Angriff in Saudi-Arabien seit rund zehn Jahren waren am Samstag am Flughafen Riad mindestens 13 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden. Saudische Behörden hatten zunächst zwölf Tote bestätigt, die indische Botschaft in Riad meldete dann ein weiteres Todesopfer. Insgesamt wurden bei Angriffen an dem Flughafen im Laufe einer Woche 18 Menschen getötet. Der Flugverkehr soll dort erst in der Nacht zum Sonntag wieder anlaufen. Mehrere Airlines haben mittlerweile Flüge in die saudische Hauptstadt ausgesetzt.
Saudi-Arabien hat US-Raketenabwehrsysteme im Milliardenwert gekauft. Die Huthi haben ihr Waffenarsenal mit iranischer Unterstützung aber immer weiter ausgebaut und verfügen heute über Drohnen, Raketen und Marschflugkörper, die teils auch solch moderne Abwehrsysteme überwinden können. Ein Grund ist auch schlicht die Grösse des Königreichs, das etwa der sechsfachen Fläche Deutschlands entspricht. Selbst in deutlich kleineren Staaten wie Israel mit einer hoch entwickelten Raketenabwehr versagten Abwehrsysteme teilweise.
Führungskräfte von Energiekonzernen sagen Reisen ab
Die Angriffe haben Folgen im Arbeitsalltag und beim Geschäftsverkehr in dem Königreich. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, dass Führungskräfte der Ölkonzerne Shell und BP ihre Teilnahme am WPC-Energiekongress absagten, der am Montag in Riad eröffnet wurde. Zudem bleiben Angestellte im zentralen Geschäftsbezirk KAFD, wo etwa der saudische Staatsfonds, die Börse und ausländische Unternehmen ihren Sitz haben, vorerst im Homeoffice.
Auch im Jemen gehen die Gefechte der Huthi mit der international anerkannten Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, weiter. Besonders umkämpft ist die wichtige Provinz Tais. Seit einem raschen Vormarsch der Huthi Anfang September kommt es dort und in weiteren Landesteilen wieder zu schweren Kämpfen. Die Regierung hat jüngst eine Gegenoffensive begonnen, um die Gebiete zurückzuerobern./jot/DP/mis
(AWP)
