Das Ifo-Geschäftsklima fiel besser aus als von Analysten erwartet. Sie waren im Schnitt von einem Anstieg auf 89 Punkte ausgegangen. «Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.
Gestützt wurde der Indikator jeweils durch gestiegene Erwartungen an künftige Geschäfte und einer besseren Einschätzung der aktuellen Lage. Allerdings bewege sich die Automobilbranche weiter «auf schwierigem Terrain», wie es weiter in der Mitteilung hiess.
Im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung verbessert. Die Unternehmen waren vor allem mit den laufenden Geschäften zufriedener. Im Handel wurde die aktuelle Lage positiver eingeschätzt als zuletzt. Angesichts steigender Inflation sind die Einzelhändler jedoch weiterhin zurückhaltend.
«Der Anstieg passt in ein Konjunkturbild, welches sich zunehmend aufhellt», kommentierte Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Seiner Einschätzung nach mache sich der zuletzt deutlich gestiegene Auftragsbestand «bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar».
«Die Konjunktur holt damit neuen Schwung», sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Stimmungsaufschwung in den Unternehmen ist ein Wirtschaftswachstum von über einem Prozent im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich geworden. Zudem bestehe die Hoffnung auf einen sich selbsttragenden Aufschwung.
Wegen anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben haben führende deutsche Forschungsinstitute, darunter auch das Ifo-Institut, ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft angehoben. In einem ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Gemeinschaftsgutachten erwarten sie für 2026 ein Wachstum um 1,3 Prozent, nachdem sie zuletzt im Frühjahr nur 0,6 Prozent prognostiziert hatten. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent zugelegt, in den beiden Jahren davor war die Wirtschaft geschrumpft./jkr/jha/
(AWP)
