Allerdings wurde der Wert für den Vormonat deutlich nach unten revidiert. Das Wachstum lag im August bei einem Prozent und nicht wie ursprünglich gemeldet bei zwei Prozent. Die vergleichsweise hohe Revision sei auf ergänzte Angaben von Unternehmen im Baugewerbe zu Umsatzsteuervoranmeldungen zurückzuführen, hiess es vom Statistischen Bundesamt zur Begründung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte die Fertigung im September um 0,4 Prozent zu. Hier hatten Experten im Schnitt etwas mehr erwartet.

Die positive Entwicklung der Produktion im September ist aus Sicht des Statistischen Bundesamtes massgeblich auf den Zuwachs in der Automobilindustrie zurückzuführen. Hier habe die Produktion in den beiden Monaten zuvor unter anderem aufgrund von Produktionsumstellungen und Werksferien auf einem niedrigen Niveau gelegen. Auch der Anstieg in der Pharmaindustrie, die nach zwei schwächeren Monaten stieg, stützte. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang in der Bauproduktion aus. Auch im Maschinenbau fiel die Produktion.

Für die weitere Entwicklung der Industrieproduktion sind aus Sicht von Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank die Auftragseingänge und der Auftragsbestand die entscheidenden Grössen. Beide zeigten zuletzt eine freundliche Tendenz. Das verarbeitende Gewerbe habe als Ganzes also ausreichend Aufträge, um das deutsche Wirtschaftswachstum zu beschleunigen.

Selbst von der Automobilindustrie gebe es wieder positive Nachrichten, ergänzte er. Zwar werden die Restrukturierungen aus seiner Sicht noch einige Zeit benötigen, doch der gute Auftragseingang im September nähre die Hoffnung, dass auch bei den Automobilherstellern die Talsohle durchschritten werde. «Die Produktion wird in den kommenden Quartalen das Wirtschaftswachstum in Deutschland stützen», erwartet Gitzel./jha/zb/stk

(AWP)