Die Jahresinflation erhöhte sich im September auf 1,0 Prozent von 0,8 Prozent im August, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Über 1 Prozent hatte die Inflation letztmals im August 2024 gelegen.

Der Anstieg auf die 1 Prozent erfolgte rasch. Schon im Vormonat war die Inflation hochgeschnellt, davor hatte sie mehrere Monate zwischen 0,3 und 0,6 Prozent geschwankt.

Ölpreis prägt das Bild

Der Hauptgrund für den Anstieg ist die Ölpreis-Explosion. Die Jahresteuerung bei den Erdölprodukten lag im September bei gut 31 Prozent. Ohne diesen Effekt hätte die gesamte Inflation in der Schweiz im September nur bei 0,3 Prozent gelegen, wie aus den Daten des BFS hervorgeht.

Die sogenannte Kerninflation - ohne Energie und Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte - stieg im Jahresvergleich gegenüber dem Wert vom August denn auch nur leicht auf 0,5 von 0,4 Prozent.

Preisstabilität zwar gegeben...

Auch die ausgewiesene Inflation von 1 Prozent liegt trotz des Anstiegs im Bereich der Preisstabilität. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht diese bis 2 Prozent als gegeben.

Dennoch erhöht die aktuelle Teuerung laut diversen Ökonomen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung. «Die aktuelle Teuerung passt nicht mehr zur gegenwärtigen Zinspolitik», meint zum Beispiel VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel.

... aber «behind the curve»

Dies zeige auch ein Blick in die Vergangenheit: Als die Teuerungsrate im Sommer 2024 letztmals bei 1 Prozent lag, habe ein Leitzins von 1,25 Prozent gegolten und nicht wie heute von 0 Prozent. «Die SNB ist - um einmal einen Finanzmarkt-Jargon zu benutzen - 'behind the curve', sie liegt inzwischen hinter der Inflationsentwicklung zurück», so Gitzel. Er hält daher eine Leitzinserhöhung schon bei der nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung im Dezember für möglich.

So weit geht der Chefökonom der Luzerner Kantonalbank, Brian Mandt, nicht. Es gebe keinen akuten Handlungsdruck. Aber die Inflation werde voraussichtlich weiter anziehen und die Wirtschaft laufe gut. «Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die SNB den Leitzins 2027 wieder anheben wird.»

Ähnlich sieht es Safra-Sarasin-Chefökonom Karsten Junius: Die neusten Inflationszahlen seien ein Argument für höhere Zinsen im Jahr 2027, schreibt er. Denn es sei möglich, dass die aktuell höheren Ölpreise zu Preissteigerungen in anderen Bereichen führen werden - und damit insgesamt zu einer höheren Inflation.

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(AWP)