Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zog demnach eine positive Bilanz: «Für jeden eingesetzten Franken konnten acht Franken zurückgefordert werden.» Das Seco konnte dank seiner Kontrollen 243,53 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen zurückfordern (Stand 2. Oktober 2026). Die externen Prüfer kosteten bis heute 31,36 Millionen Franken.

Bei genauerer Betrachtung seien die Zahlen nicht ganz so eindeutig, schrieb der «SonntagsBlick». Die internen Kosten seien darin nicht enthalten.

Zudem heisse zurückgefordert, nicht zurückerhalten. Das Geld wird letztlich nicht vom Seco eingetrieben, sondern von den Arbeitslosenkassen. Und die Kassen haben aufgrund eigener Abklärungen zusätzlich 430 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen zurückgefordert. Zusammen mit den Forderungen des Seco macht das 680 Millionen Franken. Davon waren Ende Dezember 2025 noch 133,7 Millionen Franken offen. Jüngere Zahlen gibt es nicht, wie die Zeitung schreibt.

Seco: Viele Betrüger erwischt

«Wir haben viele Firmen erwischt, die absichtlich betrogen haben», sagte Jean-Christophe Lanzeray, Chef des Revisionsdiensts der Arbeitslosenversicherung im Seco, dem «SonntagBlick». Ein grosser Fall war der Online-Reiseanbieter Lastminute, der 28,9 Millionen Franken zurückzahlen musste. Mehrere Top-Manager kamen vorübergehend in Untersuchungshaft, darunter der Firmengründer. Das Strafverfahren gegen das damalige Management läuft laut Tessiner Staatsanwaltschaft noch.

Bei 171 Prüfungen stellte das Amt «eindeutigen Missbrauch» mit Beweisen fest. In all diesen Fällen hat das Seco Anzeige bei den zuständigen kantonalen Staatsanwaltschaften erstattet. Bei rund 1200 Betrieben kamen die Prüfer zum Schluss, dass den Firmen ungewollt Fehler unterliefen.

Chefkontrolleur Lanzeray sagte dem «SonntagsBlick», die vom Seco festgestellte Missbrauchsquote liege bei unter 1 Prozent aller Firmen, was mit der Finanzkrise vergleichbar sei. Es gebe keine Branche, die mehr betroffen sei als andere, auch keine Region in der Schweiz, die besonders herausrage. «Betrug hängt immer von der kriminellen Energie des Menschen ab - und die ist in der Bevölkerung gleichmässig verteilt.»

(AWP)