Im noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr wurden demnach bislang 13 neue Intersport-Geschäfte eröffnet - unter anderem in Herford, Göttingen, Bochum, Schapen, Essen, Nürnberg, Cottbus, Freising, Bad Zwischenahn und Nordhorn. In den kommenden Wochen sollen weitere Standorte dazukommen. Ursprünglich waren im laufenden Jahr neun Neueröffnungen geplant. Dieses selbstgesteckte Ziel werde man deutlich übertreffen, sagte von Preen.

In Summe hat der Verbund in den vergangenen Jahren 56 neue Läden eröffnet. In diese Zahl fliessen aber zum Beispiel auch Erweiterungen und die Umstellung bestehender Geschäfte auf die Intersport-Markenidentität ein. Intersport ist nach eigenen Angaben Deutschlands grösste Sportfachhändlergruppe. Ihr gehörten zuletzt bundesweit rund 700 Händler mit gut 1.400 Geschäften an. 420 davon firmieren auch unter der Marke Intersport.

Intersport will mit neuen Läden wachsen

Intersport hatte das Expansionsziel im Jahr 2023 ausgegeben, um die eigenen Wachstumsziele zu erreichen. Bis Ende des Jahrzehnts will der Händlerverbund seinen Umsatz im Tagesgeschäft und durch Zukäufe auf etwa sechs Milliarden Euro steigern - und damit auf einen erwarteten Marktanteil von gut 30 Prozent.

Dabei setzt Intersport auch auf neue Konzepte: Neben einem vergrösserten Netz von Premium-Geschäften will die Genossenschaft mit sogenannten «Superstores» Familien und Kunden ansprechen, die besonders auf den Preis achten. Zwei dieser besonders grossen Läden gibt es bereits in Chemnitz und Halle an der Saale. In den kommenden Jahren sollen 10 bis 15 weitere hinzukommen, sagte von Preen. Damit will Intersport vor allem im Wettbewerb mit Decathlon bestehen. Der französische Sportartikelhändler drängt bereits seit einiger Zeit mit neuen Laden-Konzepten in die deutschen Innenstädte.

Verbraucherstimmung drückt auf Geschäft

Kurz vor Ende des Geschäftsjahrs gab Vorstandschef von Preen noch keine konkrete Prognose zum Ausgang ab: «Wir schlagen uns nicht schlecht, so viel kann ich sagen», sagte der Manager. Man profitiere von der Verbund-Stärke und der Entwicklung der verschiedenen Handelsformate. Ausserdem habe die Fussball-Weltmeisterschaft in Nordamerika einen enormen Schub gegeben.

Intersport hat nach eigenen Angaben im Zuge des Turniers mehr als 600.000 Trikots verkauft. Das wäre rund ein Fünftel mehr als bei der Heim-EM 2024, als der Verbund etwa eine halbe Million Jerseys absetzte. Trotz des relativ frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft sei die Nachfrage hoch gewesen. «Das war eine runde Sache», sagte von Preen.

Insgesamt zeigte sich der Manager optimistisch. Externe Einflüsse könne man aber nicht komplett ausschalten, sagte von Preen. Die Kunden in Deutschland seien extrem zurückhaltend. Angesichts vieler schlechter Nachrichten, auch aus der Wirtschaft, werde viel mehr gespart und weniger ausgegeben. «Die Leute sind verunsichert - und dann sitzt das Geld nicht mehr so locker».

Im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 stagnierte der Intersport-Aussenumsatz bei 3,46 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Rekordjahr 2022/23 ging er damit um gut ein Prozent zurück. Intersport blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. Im ersten Halbjahr entwickelte sich das Geschäft der Händler wieder besser. Das Geschäftsjahr von Intersport Deutschland dauert wie bei vielen anderen Handelsunternehmen von Anfang Oktober bis Ende September./jwe/DP/zb

(AWP)