Nach Angaben des Pentagons vom Mittwoch haben die letzten US-Soldaten den Irak verlassen. Damit endet eine Zeit von teils heftig umstrittenen US-Militäreinsätzen in dem Nachbarland des Irans, mit denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft wurde. 2003 waren die USA im Zuge ihres «Kriegs gegen den Terror» mit Verbündeten im Irak einmarschiert.

Teheran bindet irakische Milizen in «Achse des Widerstands» ein

Teheran war die Präsenz des US-Militärs im Irak stets ein Dorn im Auge. Unter dem einflussreichen General Ghassem Solemani bauten die Revolutionsgarden insbesondere nach der US-Invasion ihre Beziehungen zu schiitischen Milizen im Irak aus und banden diese enger an das von Teheran unterstützte Netzwerk der «Achse des Widerstands» gegen die USA und Israel. Auch in der irakischen Politik suchte und fand Teheran Verbündete. 2020 wurde Solemani bei einem US-Drohnenangriff nahe Bagdad getötet.

Der Historiker Mohsen Milani sprach von einer «neuen Ära» für die Region. In einem Post auf der Plattform X erinnerte er daran, dass Iran einst im Osten wie im Westen von amerikanischen Streitkräften umgeben war. Die USA kämpften nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gegen die Taliban in Afghanistan und stürzten Saddam Hussein im Irak, unter dessen Herrschaft das Land von 1980 bis 1988 Krieg gegen den Iran geführt hatte. Nach dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan 2021 kehrten die Taliban dort jedoch an die Macht zurück./arb/DP/mis

(AWP)