Irans Internet unterliegt strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land mit seinen 86,5 Millionen Einwohnern gesperrt. Um Netzwerke wie Instagram, Tiktok und Youtube zu nutzen, gehören VPNs für einen Grossteil der Nutzer zum Alltag. Während des Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten und auch bei den Massenprotesten zu Jahresbeginn, wurde die Bevölkerung im Iran wochenlang gar vom internationalen Netz abgeschnitten. Dann waren phasenweise nur iranische Websiten verfügbar.
Sperrungen hatten massive Auswirkungen auf Digitalwirtschaft
Der Vizepräsident räumte ein, dass die massiven Internetsperren in den vergangenen militärischen Konflikten zu Schäden geführt hätten. «Das Internet ist wie eine Autobahn. Wenn ein Fahrzeug auf einer Autobahn einen Verstoss begeht, soll man dann die gesamte Autobahn sperren oder gegen genau dieses Fahrzeug vorgehen, das den Verstoss begangen hat?», fragte Aref. Eine Alternative zu der kompletten Abschaltung des Internets oder den Sperrungen einzelner Apps nannte er nicht.
Die wochenlangen Internetsperren waren auch innerhalb der iranischen Regierung auf Kritik gestossen. Sie hatten unter anderem massive Auswirkungen auf die Digitalwirtschaft. Tausende Iranerinnen und Iraner wurden arbeitslos. Eine kleine privilegierte Schicht im Iran nutzt das Internet seit Jahren mit sogenannten «weissen SIM-Karten» ohne Einschränkungen. Diese ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen./arb/DP/jha
(AWP)
