Mehrere israelische Medien berichteten über den Fall. Demnach soll es um Berichte und Kommentare der Journalistin über Siedlergewalt im Westjordanland und die Lage im Gazastreifen gehen, in denen sie Israel «Apartheid» vorgeworfen und Massnahmen gegen das Land gefordert habe.

Die «Jerusalem Post» zitierte den Generaldirektor des Diaspora-Ministeriums, Avi Cohen Scali, mit den Worten: «Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuss in das Land setzen.» Zudem sagte er den Angaben nach: «Wir werden Aufrufe zum Boykott Israels unter dem Deckmantel des professionellen Journalismus nicht dulden.»

Schon in der Vergangenheit Probleme bei Ein- und Ausreise

Die Chefredaktion der «taz» erklärte, Bilanceri habe an keiner Stelle zum Boykott des Staates Israel aufgerufen. «Es ist nicht hinnehmbar, dass die israelische Regierung eine legitime und auch von der EU vorgetragene Kritik am Vorgehen Israels im Westjordanland und im Gazastreifen als Begründung nimmt, um die Pressefreiheit einzuschränken.»

Den Angaben nach hatte die Journalistin, die seit Juni die offizielle Korrespondentin für Israel und die Palästinensergebiete der «taz» ist, bereits in der Vergangenheit Probleme bei der Ein- und Ausreise nach Israel. So sei im vergangenen Jahr ihr Laptop auf Sprengstoff untersucht und zerstört zurückgegeben worden. «Sie hält sich derzeit in Jordanien auf, von wo ihr die Wiedereinreise nach Israel verweigert wurde», teilte die «taz» weiter mit./cir/DP/stw

(AWP)