Die Arbeiten finden an den Werktagen zwischen dem 7. September und dem 9. Oktober 2026 statt, wie die IWB am Donnerstag mitteilten. Ein spezialisiertes Unternehmen aus dem Mittelland bohre dabei auf dem Werkareal der IWB mit einem mobilen Turm den Verschluss auf, der sich durch Ablagerungen gebildet hatte.

Anschliessend untersuchen Fachleute die komplette Bohrlochwand bis in eine Tiefe von 4700 Metern. Dabei kommen Ultraschallkameras und Wandstärkenscanner zum Einsatz. Die Untersuchung ist gemäss Mitteilung die Voraussetzung für den geplanten Rückbau und den dauerhaften Verschluss des Lochs.

Das Geothermie-Projekt wurde 2009 offiziell beendet, nachdem es im Winter 2006/2007 spürbare Erdbeben ausgelöst hatte. Das Bohrloch wurde 2011 erstmals verschlossen. Eine kontrollierte Öffnung im Jahr 2017 zur Druckentlastung führte gemäss den IWB zu einer deutlichen Reduktion der seismischen Aktivität.

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) überwache die seismische Aktivität auch während der anstehenden Arbeiten, heisst es weiter. Laut Experten ist nicht davon auszugehen, dass die Bohrungen Erdstösse auslösen.

Erdbeben und Folgebeben

Mit dem Geothermie-Projekt «Deep Heat Mining» in Kleinhüningen wollte Basel-Stadt eine Vorreiterrolle bei der Erdwärmenutzung übernehmen. Doch die Erdwärme-Träume scheiterten an einer Reihe von Erdbeben im Winter 2006/2007.

Am 8. Dezember 2006 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 3,4 die Region, und obwohl das Einpressen von Wasser sogleich eingestellt wurde, kam es danach noch zu Folgebeben bis in den Februar 2007. Zwar hatten die Fachleute Erdstösse erwartet, doch waren sie von der Stärke überrascht.

Nachdem das Projekt auf Eis lag, zahlte eine Versicherung rund neun Millionen Franken für kleine Gebäudeschäden. Der Geschäftsführer der beim Projekt tätigen Bohrfirma wurde vors Strafgericht gezogen, 2009 aber vollumfänglich freigesprochen.

(AWP)