«Die Insolvenzzahlen bewegen sich weiterhin auf einem aussergewöhnlich hohen Niveau», sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.
Mehr Arbeitsplätze betroffen
In den zehn Prozent der grössten insolventen Unternehmen waren rund 16.800 Arbeitsplätze betroffen. Das waren 45 Prozent mehr als im September. Die Zahl bezieht sich auf Arbeitsplätze in diesen grösseren Insolvenzfällen. Das IWH nutzt sie als groben Anhaltspunkt für alle von Firmenpleiten betroffenen Arbeitsplätze. Sie sagt aber nicht, wie viele Beschäftigte tatsächlich ihren Job verlieren.
Im verarbeitenden Gewerbe waren rund 9.400 Arbeitsplätze betroffen. Das war der zweithöchste Wert seit Beginn der IWH-Erhebungen im Januar 2020. Nur im September 2024 lag er noch höher. Zu den bekanntesten im Oktober eröffneten Insolvenzverfahren zählten die Varta AG und mehrere mit ihr verbundene Unternehmen.
IWH erwartet Rückgang zum Jahresende
Das IWH hatte bereits im September mit sinkenden Insolvenzzahlen im Schlussquartal gerechnet. Das Institut beobachtet Hinweise, die etwas über die Entwicklung der kommenden Monate aussagen sollen. Diese Frühindikatoren seien zuletzt zurückgegangen und liefen dem Insolvenzgeschehen gewöhnlich zwei bis drei Monate voraus. Deshalb rechnet das IWH für November und Dezember mit weniger Fällen.
Für seine Monatszahlen wertet das IWH Meldungen der Insolvenzgerichte aus. Erfasst werden Firmen mit Handelsregistereintrag. Die IWH-Zahlen sind deshalb nicht eins zu eins mit anderen amtlichen Insolvenzstatistiken vergleichbar, die teils zusätzliche Fälle berücksichtigen und meist rund zwei Monate später erscheinen./djj/DP/jha
(AWP)
