Zu den stärksten Preistreibern zählten Ausgaben für Versorgungsunternehmen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Analysten wurden von der Stärkte des Anstiegs der Inflation überrascht. Sie hatten im Schnitt nur eine Teuerung von 2,3 Prozent erwartet. Die Inflation stieg damit weiter über die von der japanischen Notenbank angepeilte Zielmarke von zwei Prozent.

Bei der allgemeinen Preisentwicklung im Grossraum Tokio lag die Jahresrate ebenfalls bei 2,7 Prozent. Analysten hatten hier 2,5 Prozent erwartet. Nach Einschätzung des Analysten Volkmar Baur von der Commerzbank greifen steigende Energiekosten mittlerweile auch auf andere Bereiche über. So seien etwa Preissteigerungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr mit 4,8 Prozent im Jahresvergleich so stark wie seit 12 Jahren nicht mehr ausgefallen.

Die Daten aus dem Grossraum Tokio gelten an den Finanzmärkten als ein verlässlicher Frühindikator für die gesamte Preisentwicklung des Landes. Zuletzt hatte die japanische Notenbank den Leitzins im September um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben. Nach Einschätzung des Commerzbank-Experten Baur mehren sich mit den aktuellen Inflationsdaten die Anzeichen, «dass die Bank of Japan ernsthaft darüber nachdenken sollte, die Leitzinsen eher schneller als langsamer anzuheben»./jkr/jha/

(AWP)