Cina habe den Verwaltungsrat über seinen Entscheid informiert und der Zeitpunkt für den Rückzug sei bewusst gewählt, schrieb die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) am Donnerstagmorgen. Der Wechsel an der Spitze erfolge zu einem Moment, an dem das strategische Projekt «Enavant» in die Umsetzung gehe und die neue Geschäftsleitung ihre Arbeit aufgenommen habe. «Damit ist auch der geeignete Zeitpunkt gekommen, das Verwaltungsratspräsidium der SRG in neue Hände zu legen», liess sich Cina zitieren

Während seiner zehnjährigen Amtszeit habe Cina als Vorsitzender des Verwaltungsrats, der auch Vereinsvorstand ist, das Unternehmen und die Trägerschaft «erfolgreich durch anspruchsvolle und teilweise turbulente Zeiten geführt». Unter seiner Führung sei die strategische Transformation des Unternehmens vorbereitet und entscheidend vorangetrieben worden, würdigte die SRG den Walliser.

Sparprogramm läuft

Dazu gehöre insbesondere das Transformationsprojekt «Enavant», das 2024 startete. Die SRG setzt mit dem Ziel eines «digitaleren, schlankeren und beweglicheren Medienunternehmens» derzeit ein umfassendes Sparprogramm um, weil der Bundesrat die Abgabe von 335 auf 300 Franken pro Haushalt und Jahr senkt. Die SRG rechnet mit einem Personalabbau von 900 Stellen bis ins Jahr 2029.

In Cinas Präsidentschaft fielen zudem zwei eidgenössische Volksabstimmungen über die Zukunft der SRG. Im Jahr 2018 lehnte das Stimmvolk die «No-Billag-Initiative» mit rund 72 Prozent Nein-Stimmen ab. Die sogenannte «Halbierungsinitiative» scheiterte im Frühling 2026 mit rund 62 Prozent. Laut Mitteilung hat sich Cina bei beiden Initiativen «stark engagiert und die SRG an vorderster Front verteidigt».

Auch sei die Strategie der Trägerschaft unter Cina neu ausgerichtet worden, hiess es weiter. Auf seine Initiative hin sei ein Wirkungsmodell entwickelt worden, das die gesellschaftliche Wirkung der SRG systematisch überprüfe.

Ausschuss sucht Nachfolgerin oder Nachfolger

Ein ausserordentlicher Personalausschuss des Verwaltungsrats bereite nun die Nachfolge vor. Ziel sei es, der Delegiertenversammlung im Frühling 2027 einen Nachfolger zur Wahl vorzuschlagen. Bis zum Amtsantritt werde Cina seine Verantwortung als Präsident des Vereins und Vorsitzender des Verwaltungsrats weiterhin vollumfänglich wahrnehmen.

(AWP)