Die Gegenmassnahmen würden insbesondere auf Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik angewendet, so Champagne.
Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa Ende vergangener Woche ist der Streit zwischen den Nachbarländern eskaliert. Die USA verhängten am Wochenende Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar - darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle an, die nun ausformuliert wurden.
Erst am Montag hatte Trump mit einer Erhöhung der Importabgaben für Autos, grosse und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent ab dem 1. Januar 2027 gedroht. Wie in der Vergangenheit könnten Unternehmen die Zölle umgehen, indem sie in den USA produzierten, hiess es weiter. 85 Prozent aller aus Kanada exportierten Autos gingen 2024 in die Vereinigten Staaten.
Derzeit fordern die USA nach kanadischen Angaben auf Basis von Abschnitt 232 des «Trade Expansion Acts» aus dem Jahr 1962 Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos, Lastwagen und entsprechende Teile. Zudem erheben sie bei Stahl, Aluminium und Kupfer Importabgaben von 10 bis 50 Prozent.
Kanadier wollen nicht tatenlos zusehen
«Unsere bevorzugte Lösung war ein Abkommen, das beiden Ländern zugutekommt. Wir glauben nach wie vor, dass dies möglich ist. Aber in der Zwischenzeit warten wir nicht tatenlos auf einen Anruf», erklärte der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc im Vorfeld der Ankündigung.
Carney hatte am Montag gesagt, in den Verhandlungen sei klar geworden, dass die USA kanadische Schlüsselindustrien wie die Automobil-, Stahl- und Aluminiumindustrie «zerstören» wollen. Trump begründet seine Zölle unter anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren «ausbeute». Er behauptete, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Laut US-Zensus ist Kanada derzeit der zweitgrösste Handelspartner der USA.
Besonders eng sind die beiden Länder im Energiesektor miteinander verflochten. Kanada ist der mit Abstand wichtigste ausländische Lieferant von Rohöl für die USA. Auch Erdgas und Strom fliessen über die gemeinsame Grenze. In beiden Ländern hängen Millionen von Jobs an dem Handel der beiden Länder.
Gemeinsam mit den Vergeltungszöllen verkündete die Regierung Unterstützungsmassnahmen für die betroffene Industrie in Kanada in Höhe von 7,5 Milliarden kanadischen Dollar./apo/DP/stw
(AWP)
