Katar, eine kleine Halbinsel am Persischen Golf, zählt unter anderem dank seiner enormen Gasvorkommen zu den reichsten Ländern der Welt. Wegen der faktischen Blockade der Strasse von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs hat das Land derzeit kaum Möglichkeiten, sein Flüssiggas (LNG) an den Weltmarkt zu bringen - anders als etwa Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ihr ebenso wichtiges Öl teils über Pipelines transportieren können.

Katar hält im Iran-Krieg an Diplomatie fest

«Wir bleiben zutiefst überzeugt (...), dass sich die Krise am Golf mit diplomatischen Mitteln lösen lässt, indem die Strasse von Hormus für die Schifffahrt geöffnet wird», sagte der Emir. Katar sei ein «zuverlässiger Vermittler», der Frieden ermögliche.

Der Streit um die Strasse von Hormus ist seit Monaten ungelöst. Katar hat sich etwa als Vermittler mit der Hamas im Gaza-Krieg oder auch mit den Taliban in Afghanistan einen Namen gemacht.

Katar ist ein Verbündeter der USA und beheimatet mit der Luftwaffenbasis al-Udaid auch einen der wichtigsten US-Militärstützpunkte im Nahen Osten. Zugleich pflegt Katar mit dem Iran eigentlich seit Jahrzehnten diplomatische Beziehungen. Im Krieg wurde das Verhältnis aber auf eine harte Probe gestellt: Katar meldete Dutzende iranische Angriffe und schoss auch zwei iranische Kampfflugzeuge ab. Unter anderem wurde die Anlage Ras Laffan - das Herz der katarischen Gasproduktion - von einer iranischen Rakete getroffen./jot/DP/nas

(AWP)