Aktien Schweiz: Sattes Plus - SMI über 10'200 Punkten

Am Schweizer Aktienmarkt hat sich die Stimmung am Dienstag im Handelsverlauf merklich aufgehellt. Der Leitindex SMI notiert nun mehr als 1 Prozent im Plus und hat kurz vor 11 Uhr die Marke von 10'200 Punkten geknackt. Analysten haben etwas Mühe, diese Avancen zu erklären. "Alles Negative wird weggewischt", meinen sie. Das gelte auch für die politischen und juristischen Unwägbarkeiten in Bezug auf die neusten Corona-Hilfen, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte und welche am Vortag die New Yorker Börsen beflügelt hatten.
11.08.2020 11:35

Generell setze sich am Markt jedoch schon die Meinung durch, dass sich die Streithähne in den USA einigen werden. Eine solche Einigung sei auch deshalb wahrscheinlich, weil im November Wahlen stattfinden. "Keiner wird die Schuld dafür übernehmen wollen, dass man sich nicht geeinigt hat", meint ein Analyst. Auch in Sachen Handelsstreit haben aktuell die Optimisten Oberwasser. Sie haben Anzeichen für eine Mässigung der Tonlage auf chinesischer Seite ausgemacht. Auftrieb geben auch Konjunkturdaten (ZEW-Index) aus Deutschland.

Der SMI notiert um 11.00 Uhr 1,13 Prozent höher bei 10'204,50 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 1,24 Prozent auf 1'560,96 und der breit gefasste SPI um 1,06 Prozent auf 12'644,64 Zähler. 28 der 30 SLI-Werte legen zu, davon sechs mehr als 3 Prozent.

Als Kursrakete zeigen sich bei den Blue Chips Alcon (+4,6 Prozent). Analysten von JP Morgan trauen der einstigen Novartis-Tochter eine positive Überraschung zu, heisst es im Handel.

Dahinter haben sich diverse Titel mit einer bislang sehr negativen Jahresperformance bei den grössten Gewinnern eingereiht. Dazu zählen die beiden Uhrenpapiere Richemont (+3,8 Prozent) und Swatch (+3,2 Prozent) oder jene des Personaldienstleisters Adecco (+3,1 Prozent).

Auch zu dieser Gruppe gehören AMS (+3,3 Prozent). Händler reichen eine Studie der ZKB herum, in welcher der Zusammenschluss mit Osram in den höchsten Tönen gelobt wird. Der faire Wert der Aktie liegt laut dem Analysten rund 60 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Auch Swiss Re (+3,0 Prozent auf 73,62 Fr.) können für einmal überzeugen und einen Teil der Jahresverluste wettmachen. Nachdem sie die Unterstützungszone um 70 Franken seit Wochen nicht mehr unterschritten hat, scheint ein Ausbruch nach oben über 80 Franken hinaus in einem ersten Schritt durchaus realistisch, heisst es am Markt.

Klar im Plus sind erneut auch die beiden Grossbankenpapiere UBS und CS, die um 1,8 Prozent anziehen und damit an die Vortagesgewinne anknüpfen.

Gestützt wird der Markt auch von den beiden Schwergewichten Nestlé und Novartis, die um je 1,3 Prozent anziehen. Roche hinken mit +0,3 Prozent derweil deutlich hinterher.

Die beiden einzigen Verlierer sind Lonza (-2,3 Prozent) und Givaudan (-0,5 Prozent). Beide gehören zu den Titeln, die sich bislang im Jahresverlauf sehr gut entwickelt haben.

Bei Lonza meinen Händler zudem, dass manche Investoren die Covid-Hoffnungen inzwischen etwas realistischer einschätzten. Bei Givaudan ist das Minus hingegen angesichts der Zahlen von Konkurrenten eher eine Überraschung, denn diese deuten auf Marktanteilsgewinne des Genfer Konzerns hin.

Am breiten Markt ist viel los. So schiessen Newron (+22 Prozent) nach einem Business-Update und Molecular Partners (+16 Prozent) nach einem Covid-Deal mit der Eidgenossenschaft nach oben. Gefragt sind auch Aryzta (+9,4 Prozent) nach der Publikation von Juli-Geschäftszahlen sowie Swissquote (+8,5 Prozent) und Basilea (+1,9 Prozent) nach der Veröffentlichung der Halbjahresresultate.

Auf der anderen Seite kommen die Semesterausweise von Dätwyler (-2,1 Prozent) und Tornos (-5,5 Prozent) schlecht an. Und bei Evolva kommt es nach den positiven Studien-News vom Vortag zu Gewinnmitnahmen (-5,5 Prozent).

Nach wie vor sind auch die Penny Stocks ein Thema am Markt. Hier kommt es nun nach dem gewaltigen Anstieg der letzten Zeit ebenfalls zu Gewinnmitnahmen. Relief Therapeutics büssen 50 Prozent ein, The Native 76 Prozent, Perfect Holding 41 Prozent, Blackstone Resources 34 Prozent und New Value 27 Prozent. "Die Zockerei geht weiter", kommentiert ein Händler die Bewegungen.

(AWP)

 
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