Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst unter Rekordhoch fester

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag den nunmehr seit Monatsanfang bestehenden Aufwärtstrend fortgesetzt und erneut fester geschlossen. Das im Verlauf erreichte neue Rekordhoch konnte der Leitindex aber nicht verteidigen. Getragen wird der anhaltende Optimismus der Marktteilnehmer von der Hoffnung auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der Zentralbanken und die Erholung der Wirtschaft. Sie hoffen, dass die US-Notenbank Fed trotz der gestiegenen Inflation die Geldschleusen wegen des noch nicht erholten Arbeitsmarktes offenlässt. Am Vortag hatte bereits die EZB ihren aktuellen Kurs bestätigt.
11.06.2021 18:15

Allerdings mehren sich die warnenden Stimmen. Der Markt sei derzeit klar überkauft und die Luft nach oben werde angesichts fehlender Impulse immer dünner, meinte ein Händler. Damit steige die Gefahr von Rücksetzern. Es sehe aber so aus, als ob die Investoren einfach die Marke von 12'000 Punkten noch sehen wollten, bevor sie zu Gewinnmitnahmen schritten. Allerdings sind es bis dahin noch rund 150 Punkte. Die dafür notwendigen Impulse könnten kommende Woche vom Fed und der Schweizerischen Nationalbank ausgehen, die sich zu ihrer zukünftigen geldpolitischen Ausrichtung äussern werden.

Der SMI schloss nach einem neuen Rekordhoch bei knapp 11'874 Punkten noch um 0,26 Prozent höher auf 11'841,30 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte um 0,37 Prozent auf 1918,68 Punkte zu und der breite SPI um 0,34 Prozent auf 15'203,04 Punkte. 24 Titel des SLI schlossen höher und sechs tiefer.

Angeführt wurden die Gewinner von Vertretern der unterschiedlichsten Branchen. So waren bei den Blue Chips die Aktien der Bankensoftware-Schmiede Temenos (+4,1%) und die Anteile des Personalvermittlers Adecco (+3,3%)) stark gesucht. Dabei profitierten Adecco von einer Hochstufung auf "Buy" durch die Bank of America. Mit dem Medizintechnikkonzern Alcon (+1,4%) und dem Pharmazulieferer Lonza (+1,3%) waren auch defensivere Titel in der oberen Hälfte der Kurstafel vertreten.

Gleich dahinter folgte eine Reihe von Finanzwerten. So gewannen die Vermögensverwalter Partners Group (+1,3%) und Julius Bär (+1,2%) und die Versicherer Swiss Re (+0,8%), Swiss Life (+0,6%) und Zurich (+0,5%) an Wert. Unter den Zyklikern waren auch AMS, Sika und SGS (je +0,7%) sowie Holcim und Clariant (je +0,6%) gefragt.

Die Aktien der Grossbanken beendeten den Handel trotz anfänglicher Verlusten mit leichten Gewinnen. CS, denen Bericht der "Financial Times", wonach die Grossbank im Geschäft mit Hedgefonds an Terrain verliert, zu schaffen machte, gingen um 0,1 Prozent höher aus dem Markt. UBS (+0,2%) schlossen ebenfalls etwas höher. Dem Finanzsektor hatte zunächst die Aussicht auf niedrigere Anleiherenditen zu schaffen gemacht.

Weniger gefragt waren auch die defensiven Schwergewichte, die den SMI in den vergangenen Sitzungen noch in neue Sphären gehoben hatten. Einzig Roche (+0,4%) rückten noch etwas vor. Dagegen waren Nestlé (+0,1%) "nur" gut gehalten und Novartis (-0,3%) gaben nach. Zuletzt hatten die Pharmariesen auch von positiven News vom Fachkongress Asco Unterstützung erhalten.

Den stärksten Abschlag bei den Blue chips verbuchten Logitech. Die Titel büssten nach dem Vortagesminus von vier Prozent weitere 3,2 Prozent ein. Die Experten von Morgan Stanley äusserten sich recht zurückhaltend zu den Papieren und senkten das Rating.

Auf den hinteren Reihen fielen vier Aktien mit Kurssprüngen hervor. So hob SFS (+9,6%) die Prognose für das Gesamtjahr an und Bossard (+6,6%) zeigte sich über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr optimistisch. Bei Oerlikon (+6,3%) bot eine Kurszielerhöhung der UBS Rückenwind. New Value (+7,5%) schrieben zwar 2020/21 ebenfalls rote Zahlen, allerdings waren diese deutlich geringer.

Am anderen Ende der Kurstafel fielen Cicor, Poenina und Blackstrone Resources um jeweils mehr als 2 Prozent zurück.

pre/uh

(AWP)