Aktien Schweiz: SMI kämpft sich dank Schnäppchenjägern zurück in die Gewinnzone

Der Schweizer Aktienmarkt macht am Freitag seine anfänglichen Verluste nach zwei Handelsstunden mehr als wett. Am Vortag hatten düstere Konjunkturprognosen der US-Notenbank Fed und die Angst vor einer zweiten Coronavirus-Welle für eine kräftige Korrektur gesorgt. Die Marktteilnehmer nutzen laut Händlern nach dem Einbruch vom Vortag die tiefen Kurse als günstige Einstiegsgelegenheit. Es sei sehr viel Liquidität im Markt, die angelegt werden müsse.
12.06.2020 11:45

Zudem sei nach der Rally der vergangenen Wochen eine Korrektur zu erwarten gewesen. Diese sei nun fast lehrbuchmässig erfolgt. Ob der Aufwärtstrend nun aber weitergeführt werden könne, sei ungewiss. Die Meinungen darüber gingen wegen der Folgen und der weiteren Entwicklung der Corona-Krise stark auseinander. Manche fragen sich, ob nach dem jüngsten Rally die Börsen der Wirtschaft nicht zu weit vorausgelaufen sind.

Der SMI, der zunächst bis 9'724 Punkte gesunken ist, notiert um 11.10 Uhr um 0,52 Prozent höher mit 9'879,71 Punkten. Der breite SPI gewinnt 0,29 Prozent auf 12'201,76 Punkte und der SLI, in dem die Gewichtung der drei Schwergewichte gekappt ist, rückt gar um 0,75 Prozent auf 1'476,03 Zähler vor. 22 Gewinnern im SLI stehen 8 Verlierer gegenüber.

Dabei führen die Aktien, die am Vortag stark unter die Räder gekommen waren, die Gewinner an. So zieht die stets volatil gehandelte Ams-Aktie um 3,8 Prozent an. Das Papier des Halbleiterherstellers ist laut Händlern wegen seiner grossen Kursausaschläge vor allem bei Tradern sehr beliebt.

Mit den Anteilen von Swatch (+3,0 Prozent) und Richemont (+2,4 Prozent) stehen zwei Titel, die im Zuge der Corona-Krise und der Spannungen zwischen den USA und China deutlich an Wert verloren haben, auf den Kauflisten.

Zu den gesuchten Titeln zählen zudem die arg gebeutelten Finanzwerte: Die Aktien der Grossbanken UBS (+1,3 Prozent) und Credit Suisse (+2,8 Prozent) drehen nach anfänglichen Verlusten deutlich in die Gewinnzone.

Auch die Versicherer Zurich (+1,5 Prozent), Swiss Re (+1,4 Prozent) und Swiss Life (+1,3 Prozent) reihen sich bei den Gewinnern ein.

Ähnlich sieht es im zyklischen Bereich aus, wo Adecco (+3,1 Prozent), ABB (+1,9 Prozent), LafargeHolcim (+1,8 Prozent) Kühne+Nagel (+1,7 Prozent) höher bewertet werden.

Dagegen verlieren die als defensiv geltenden Werte Terrain: Novartis (-0,7 Prozent), Vifor (-0,5 Prozent) und Givaudan (-0,4 Prozent) an Wert. Auch Höhenflieger Lonza (-0,2 Prozent) muss leicht Federn lassen.

Nestlé (-0,02 Prozent) wird laut Händlern gebremst, weil defensive Werte nicht gefragt sind. Dagegen dürften die Pläne des Lebensmittelmultis, den Verkauf des Wassergeschäfts in Nordamerika zu prüfen, den Titel vor grösseren Abschlägen bewahren, heisst es am Markt.

Roche (+0,7 Prozent) baut die Gewinne dagegen im Verlauf zunehmend aus.

Im breiten Markt verlieren Aryzta 0,4 Prozent. Der Titel habe dank spekulativen Käufen anfängliche Abschläge zum Teil aufholen können, sagt ein Händler. Der aktivistische Investor Veraison mache zunehmend Druck, was für gewisse Kursfantasie sorge.

Die Aktien der vom Baukonzern Implenia (-7,6 Prozent) abgespalteten Ina Invest Holding debütieren mit 24,30 Franken und werden zuletzt zu 22,75 Franken gehandelt. Sie wurden zu 22,42 Franken das Stück ausgegeben.

Valora steigen trotz Gewinnwarnung um 1,8 Prozent. Der Kioskbetreiber hatte am Vortag anlässlich der Generalversammlung eine bereits früher ausgesprochene Gewinnwarnung wiederholt. "Positiv ist, dass die Prognose nicht noch verschlimmert worden ist", sagte ein Händler. Zudem habe die Aktie seit Jahresanfang viel Wert verloren.

(AWP)