Aktien Schweiz: SMI vor US-Jobdaten mit Orientierungsproblemen

Der Schweizer Markt weicht auch zum Wochenschluss nicht vom Muster dieser Woche ab und bewegt sich in einer engen Handelsspanne zwischen Gewinnen und Verlusten. Nicht nur, dass der Handel ohnehin wegen der Ferien ausgedünnt ist, am Nachmittag stehen wie an jedem ersten Freitag im Monat dann noch die monatlichen US-Jobdaten auf der Agenda. Zudem stehe das Wochenende bevor. Oft stünden dann die im Wochenverlauf erzielten Gewinne zur Disposition, "da die aktuellen Krisen jederzeit eine weitere Eskalationsstufe erreichen können und Anleger daher auf Nummer sicher gehen wollen", fasst ein Händler zusammen.
05.08.2022 11:30

Je nachdem, wie die US-Daten ausfallen, könnten sie entweder verstärkt Gewinnmitnahmen auslösen oder aber auch für einen Rally-Booster sorgen, so der Börsianer weiter. Generell sei aber festzuhalten, dass die derzeitige Erholung an den Märkten die Kurse nicht auf neue Rekordhöhen treiben werde. "Das allgemeine Marktumfeld, das nach wie vor von höheren Kreditkosten, einer Konjunkturabschwächung und zunehmenden geopolitischen Spannungen bedroht ist, ist für Aktien weiterhin ungünstig", fasst ein weiterer Experte die Marktlage zusammen.

Der SMI weist gegen 11.10 Uhr ein knappes Minus von 0,10 Prozent auf 11'191,76 Punkte aus. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert ebenfalls 0,10 Prozent auf 1743,86 Punkte, während der breite SPI 0,05 Prozent nachgibt auf 14'521,73 Zähler. Im SLI stehen 18 Verlierern 11 Gewinner gegenüber. Swiss Life sind unverändert.

Angeführt wird die Verliererliste von konjunktursensiblen Titeln wie Richemont (-1,3%) oder ABB (-0,7%) sowie Wachstumswerten wie Straumann, die um 0,7 Prozent nachgeben.

Überwiegend schwächer tendieren auch Finanzwerte. Allen voran geben die Aktien des CS um 0,9 Prozent nach. Bei der Grossbank müssen Investoren eine weitere Ratingsenkung verarbeiten. Nachdem die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) bereits zum Wochenstart die Daumen gesenkt hatten, folgt nun Fitch und stuft die langfristige Bonität der Bank herunter und setzt den Ausblick auf "negativ".

Die Aktien der Swiss Re, von Julius Bär, Partners Group und UBS folgen mit Kursverlusten von bis zu 0,8 Prozent.

Erneut abwärts geht es für die Adecco-Aktien (-0,4%). Der Personaldienstleister musste bereits am Vortag nach seinen jüngsten Zahlen teilweise kräftig Federn lassen.

Das Marktgeschehen wird allerdings vornehmlich erneut durch die drei Schwergewichte beeinflusst. Im frühen Handel noch waren sie die Bremsklötze für den Markt. Nun aber sorgen aber zumindest die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,4%) und Novartis (+0,1%) dafür, dass der SMI nicht tiefer im Minus notiert. Nestlé (-0,1%) bewegen sich mit dem Markt.

Am deutlichsten legen allerdings die Technologievertreter zu. VAT (+5,1%) knüpfen an die Vortagesgewinne nach Zahlen an. Aber auch Werte wie Temenos, AMS Osram und Logitech sind unter den grössten Gewinnern zu finden, wie Aufschläge von bis zu 2,4 Prozent zeigen.

Es seien derzeit vor allem die Unternehmensgewinne aus dem Technologiesektor, die die Marktstimmung und den Appetit auf risikoreichere Anlagen stützten, kommentiert ein Händler. "So nutzen Anleger die Gelegenheit, die billigeren Aktienkurse nach dem diesjährigen Ausverkauf zu nutzen, um ihr Engagement in diesen Märkten zu erhöhen", so der Börsianer.

Mit einem Plus von 0,7 Prozent erholen sich Swisscom-Aktien von dem schwachen Vortag, als die Papiere nach durchwachsenen Zahlen gemieden wurden.

Aus den hinteren Reihen fallen Lastminute mit einem Kursplus von 6 Prozent auf. Der Online-Reiseanbieter hat im ersten Halbjahr massiv mehr umgesetzt und wieder deutlich mehr Gewinn verbucht.

Das Gegenstück bilden Titel wie Arundel (-7,4%), Zur Rose (-3,2%) oder auch Meier Tobler (-2,3%). Die Aktien von Meier Tobler beenden damit den Höhenflug der letzten Tage.

hr/ra

(AWP)