Aktien Schweiz: SMI weitet Verluste aus - AMS unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt ist im Verlaufe des Donnerstagvormittags tiefer in die Verlustzone geraten. Der gestrige Zinsentscheid der US-Notenbank hat Spuren hinterlassen. Zwar erhöhte diese wie erwartet das Zielband für den Leitzins, doch schürte die Fed mit Äusserung dazu Sorgen, dass die Aktienmärkte der Schwellenländer verstärkt unter Druck geraten könnten.
27.09.2018 11:30

Der Fokus der Anleger liege in Bezug auf die Fed-Politik nun auf die Weichenstellung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass die Fed in ihrem Straffungszyklus zu weit gehe und die nächste Rezession einleite, heisst es in einem Kommentar. Derzeit seien man jedoch noch weit von einer inversen Zinskurve entfernt, die seit den 1960er Jahren ein zuverlässiger Frühindikator für eine Rezession gewesen sei.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.00 Uhr um 0,8 Prozent tiefer bei 9'007,79 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,86 Prozent auf 1'475,38 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,75 Prozent auf 10'714,45 Zähler. Die drei Schwergewichte Nestlé (-0,6%), Novartis (-0,7%) und Roche (-0,8%) fallen als Zugpferde aus.

Die stärksten Kursverluste weisen AMS (-6,3%), Dufry (-4,4%) - letztere waren bereits gestern mit -4 Prozent aus dem Handel gegangen - und Adecco (-2,4%) auf. Bei AMS und Adecco belasteten eine Kurszielsenkung durch die UBS respektive eine Ratingsenkung auf Reduce durch Kepler Cheuvreux die Kurse.

Deutlich Abgaben verzeichnen auch die Bankenvaloren, die damit den gestern nach dem Zinsentscheid schwächeren US-Finanzwerten folgen: Credit Suisse 1,8 Prozent, UBS und Julius Bär jeweils 1,5 Prozent. Die Zürcher Privatbanken-Gruppe geht eine strategische Partnerschaft mit der japanischen Bank Nomura ein. Letztere erwirbt eine Aktienbeteiligung von 40 Prozent an der japanischen Tochter Julius Bär Wealth Management.

1,5 Prozent verlieren auch Clariant, die damit nicht von einer Kursziel- und Ratinganhebung durch Mainfirst profitieren.

Zurich Insurance büssen 0,6 Prozent ein. Der Versicherer übernimmt mit einem 80-Prozent-Anteil die Kontroll-Mehrheit am indonesischen Versicher PT Asuransi Adira Dinamika (Adira). Die Nachricht war bereits am Mittwoch durchgesickert.

Im breiten Markt fallen Relief Therapeutics mit einem Minus von 10,3 Prozent und Meyer Burger mit -7,6 Prozent auf. Die Börse SIX eröffnet eine Untersuchung gegen das Relief Therapeutics wegen möglicher Verletzung der Regelmeldepflichten.

Für Cassiopea (+4,4%) startet Bryan Garnier die Abdeckung mit der Empfehlung Boy.

sig/tp

(AWP)