Aktien Schweiz: Verluste praktisch aufgeholt - ABB nahe Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt grenzt am Mittwoch im Verlauf die Verluste deutlich ein. Die Gewinnmitnahmen, die am Dienstagnachmittag eingesetzt hätten, ebbten etwas ab, heisst es am Markt. Die Anleger verhielten sich wegen der in manchen Ländern wieder stark steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus vorsichtig. Zudem sorgten sie sich über die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China.
22.07.2020 15:15

Gemäss Händlern warten Investoren zudem auf die nächsten Konjunkturimpulse aus den USA, wo bereits über das fünfte Hilfsprogramm diskutiert wird. Die bisherigen vier hatten ein Volumen von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Die Gespräche darüber dürften wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor es zu einer Einigung kommt.

Der Leitindex SMI notiert um 14.45 Uhr um 0,15 Prozent tiefer auf 10'482,06 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ermässigt sich um 0,01 Prozent auf 1'581,88 und der breite SPI um 0,09 Prozent auf 12'896,13 Zähler. Von den 30 SLI-Titeln notieren zur Berichtszeit etwa eine Hälfte fester bzw. schwächer.

Im Fokus stehen am Mittwoch ABB (+2,7%). Der Technologiekonzern hat im zweiten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen. Der operative Gewinn lag um 40 Prozent über dem AWP-Konsens. Zudem startet der Robotikkonzern am Donnerstag mit dem neuen Aktienrückkaufprogramm.

Auf der Verliererseite stehen einige konjunktursensitive Papiere wie Richemont (-2,3%), Swatch (-2,2%) oder Adecco (-1,9%).

Swiss Life büssen 2,2 Prozent ein. Die Titel werden heute ex Nennwertrückzahlung von 5 Franken gehandelt, was etwa einen Grossteil des aktuellen Verlustes erklärt.

Erneut schwächer sind Novartis (-0,6%). Der Kurs war bereits am Vortag nach den Quartalszahlen deutlich gefallen. Einige Analysten haben im Nachgang zu den Ergebnissen nun die Kursziele gesenkt.

Mit Roche (-0,7%) verliert auch der zweite grosse Pharmawert an Terrain, während der grösste SMI-Titel Nestlé (+0,6%) zulegen kann. Der Westschweizer Nahrungsmittelkonzern erwägt einem Pressebericht zufolge, sich auch von einigen lokalen Wassermarken in China zu trennen.

Bei den Banken setzen UBS (+0,5%) den Aufwärtstrend fort. CS (-0,9%) geben dagegen nach.

Fester sind ausserdem die Papiere von Logitech (+3,1%), Temenos (+3,0%), Julius Bär (+2,6%) und Kühne+Nagel (+2,0%).

Im breiten Markt stehen EFG (-5,1%) nach Halbjahreszahlen unter Druck. Die Neugeldentwicklung sei zwar positiv, die Profitabilität aber sehr schwach gewesen, meinte die Bank Vontobel dazu.

pre/jb

(AWP)

 
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