Aktien Schweiz Vorbörse: Etwas tiefer erwartet - Julius Bär nach Zahlen fester

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den vorbörslichen Indikationen zufolge leicht tiefer in die neue Handelswoche starten. In den USA hatte der Dow Jones im späten Freitagshandel eine Erholung gezeigt und nur mit einem kleinen Minus geschlossen. Das Niveau lag weiter knapp unter dem Höchststand. Die asiatischen Börsen bewegten sich zum Wochenauftakt uneinheitlich mit Abgaben beim Nikkei und einem kleinen Plus beim Hang Seng und der chinesischen Festlandbörse.
24.07.2017 08:45

Unternehmenszahlen, Ölpreis und Währungen haben bereits in der Vorwoche dies- und jenseits des Atlantik für Bewegungen gesorgt. Der IWF hat seine globalen Wachstumsaussichten leicht angehoben und rechnet mit einem globalen BIP-Anstieg von 3,5% im laufenden Jahr. Makroseitig stehen im Tagesverlauf aus Europa und den USA PMI-Daten auf der Agenda. Hierzulande hat am Morgen Julius Bär den Startschuss für die mit Unternehmenszahlen reichlich bestückte Berichtswoche abgegeben.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,11% tiefer bei 8'929,04 Punkten. Bis auf wenige Ausreisser notieren alle vorbörslich berechneten Kurse zwischen -0,1% und -0,2%.

Im Fokus stehen Julius Bär (Aktien vorbörslich +1,9%) mit den Zahlen zum ersten Halbjahr. Die Bank hat mit den Semesterzahlen die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen leicht übertroffen. Während sich der Neugeldzufluss verbesserte, blieben die Gewinnzahlen etwa auf Vorjahreshöhe. Zum Wochenausklang am Freitag werden auch UBS und CS (beide -0,2%) ihre Halbjahresbilanzen vorlegen.

Lonza (+0,9%) erhalten durch eine Kurszielanhebung auf 240 (185,26) CHF durch CS Rückenwind. Die Bewertung bleibt "Neutral".

Mit grösseren Kursausschlägen nach unten fallen Dufry (-1,10%) auf. Bereits in der Vorwoche hatten Spekulationen über den Kurs des Grossaktionärs HNA die Titel belastet. Zudem wird hier dem schwächeren Dollarkurs Einfluss zugemessen. Auch Clariant (-0,3%) weicht etwas vom Markttrend ab.

Für die Süsswarensparte von Nestlé (-0,1%) gibt es Medienberichten zufolge offenbar Interessenten. Der US-Wettbewerber Ferrara Candy bereite sich darauf vor, für die Sparte des Schweizer Konzerns zu bieten, meldete Reuters am Freitag unter Berufung auf Kreise. Demnach schätzen Analysten den Wert der Sparte auf 1,5 bis zwei Mrd USD. Nestlé hatte im Rahmen eines strategischen Kurswechsels die Prüfung des Verkaufs der Sparte angekündigt.

Für Novartis (-0,1%) hat Jefferies das Kursziel auf 97 von zuvor 103 CHF gesenkt, die "Buy-Bewertung jedoch beibehalten. Das positive Momentum werde sich fortsetzen, lautet die Einschätzung. Die Erwartungen mit Blick auf die detaillierten Daten der CANTOS-Studie und der Absatzbeschleunigung beim Herzmittel Entresto seien hingegen nach wie vor eher verhalten. Das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (GS -0,1%) setzt sich vom Gesamtmarkt ebenfalls nicht ab.

Bei ABB (-0,2%) zeichnet sich nach dem deutlichen Einbruch vom vergangenen Freitag eine erneut tiefere Eröffnung ab. Der Kurs des Technologiekonzerns war durch das schlechte Abschneiden des US-Konzerns General Electric nach unten gezogen worden, nachdem bereits am Donnerstag die eigenen Zahlen für einen Kursrutsch gesorgt hatten. Zudem hatte ein fallender Ölpreis zyklische Werte belastet. Auch LafargeHolcim oder Adecco notieren vorbörslich -0,2% tiefer.

Leichte zeigen sich auch die Aktien des Uhrenherstellers Swatch (-0,2%), die am Freitag nach Zahlen klarer Gewinner unter den Blue Chips waren, ebenso wie Branchennachbar Richemont (-0,2%). Für Swatch hat Kepler Cheuvreux das Kursziel auf 340 von 300 CHF erhöht, bleibt aber bei der "Reduce"-Bewertung.

yr/ra

(AWP)