«Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt», erklärte die Partei in den sozialen Medien.
Bonino kämpfte für Legalisierung der Abtreibung
Bekanntheit erlangte Bonino in den 1970er Jahren als prominente Vertreterin der Partei Partito Radicale (Radikale Partei), die vor allem radikal-liberale Positionen vertrat. Im stark katholisch geprägten Italien der 1970er Jahre kämpfte sie erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung. Mit 26 Jahren wurde sie schwanger und nahm selbst eine damals illegale Abtreibung vor.
Bonino war seit langer Zeit gesundheitlich angeschlagen. Anfang der Woche musste sie wegen Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert werden. Bis Donnerstag wurde sie auf der Intensivstation behandelt und in eine private Einrichtung verlegt. Medienberichten zufolge basierte diese Entscheidung auf einer Übereinkunft ihres privaten Arztes und der Ärzte im Krankenhaus.
Seit Krebsdiagnose immer mit Kopftüchern
Ihr Ansehen in Italien war bis zuletzt hoch. 2013 hatte sich Bonino darum bemüht, als erste Frau italienische Staatspräsidentin zu werden. In den Umfragen lag sie sogar lange Zeit vorn. Schliesslich wurde jedoch der damalige Amtsinhaber Giorgio Napolitano (1925-2023) wiedergewählt.
Nach ihrer Krebsdiagnose im Jahr 2015 zeigte sie sich in der Öffentlichkeit fast immer mit farbenfrohen Kopftüchern. Mehrere Jahre nach der Diagnose und verschiedenen Therapien erklärte sie, vollständig geheilt zu sein./rme/DP/stw
(AWP)
