Auslöser war eine Demonstration selbst ernannter Antifaschisten vor der Universität Deusto. Dort sollte der umstrittene Influencer Vito Quiles am Montagabend auftreten. Er sagte die Veranstaltung jedoch kurz vorher aus Sicherheitsgründen ab. Anschliessend zogen Hunderte randalierend durch die Stadt. Sie setzten ein Polizeimotorrad sowie ein halbes Dutzend weitere Fahrzeuge und zahlreiche Müllcontainer in Brand. Sie warfen zudem Steine und Feuerwerkskörper auf Beamte. Auch eine Polizeiwache wurde angegriffen.

Erst am Samstag hatte Barcelona eine Krawallnacht erlebt

Der baskische Regierungschef Imanol Pradales verurteilte die Ausschreitungen als «inakzeptabel». Sein Sicherheitsminister Bingen Zupiria meinte, es entstehe der Eindruck, dass einige die gewalttätigen Aktionen in anderen Teilen Europas nachahmen wollten.

Die Universität Deusto hatte ihren Campus am Nachmittag vorsorglich geschlossen und den Lehrbetrieb eingestellt. Die Proteste in Bilbao ereigneten sich zwei Tage nach gewaltsamen Zusammenstössen bei einer Kundgebung von Studenten in Barcelona, bei denen mindestens 128 Menschen festgenommen und mehrere Geschäfte angegriffen worden waren.

Der 26 Jahre alte Influencer Quiles hat im Netz Millionen Follower. Er kandidierte 2024 bei der Europawahl auf der Liste der rechtspopulistischen Partei Se Acabó la Fiesta (SALF) («Die Party ist vorbei») des Europaabgeordneten Alvise Pérez./er/DP/zb

(AWP)