Das entspreche fast zwölf Prozent ihrer Investitionen seit 2020. Der Staat habe dagegen rund 50 Milliarden Euro mehr investiert. Zusammen ergeben sich so geschätzte preisbereinigte Investitionsausfälle von rund 420 Milliarden Euro, wie es in der Studie heisst.

Private Investitionen weiter nicht auf Vor-Corona-Niveau

Selbst 2026 haben die privaten Investitionen laut der Untersuchung weiter nicht ihr Vor-Corona-Niveau erreicht. Sie lagen demnach im zweiten Quartal dieses Jahres mehr als zehn Prozent unter dem Jahresdurchschnitt 2019.

Anders ist es laut IW bei den öffentlichen Investitionen: Sie liegen 20 Prozent höher als 2019. Grund seien zuletzt das Sondervermögen Infrastruktur und die Ausnahme bei der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben.

Forderung nach besseren Standortbedingungen

Die Autoren der IW-Untersuchung betonen, dass für ein nachhaltiges Wachstum öffentliche Ausgaben private Investitionen nicht ersetzen können. Dass die Bundesregierung am Montag und Dienstag mit einem «Invest in Germany-Summit» privates Geld anlocken wolle, zeige in die richtige Richtung. Nötig seien aber vor allem bessere Standortbedingungen. Hohen Kosten für Energie und Arbeit oder Bürokratie schreckten die Unternehmen von Deutschland ab.

Für die Berechnungen hat das IW die sogenannten Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Für den Vergleich wurde dabei die «trendmässige Konjunkturdynamik» des Zeitraums von 1991 bis 2019 herangezogen./sfu/DP/jha

(AWP)