Zwar hatten zuletzt viele europäische Chemieunternehmen von höheren Verkaufspreisen profitiert, da die Konkurrenz aus Asien viel stärker unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet. «Von einer breiten und nachhaltigen Nachfrageerholung sind viele unserer Kernmärkte jedoch noch entfernt», sagte Lanxess-Chef Matthias Zachert laut Mitteilung vom Donnerstag. Das betreffe besonders die Agrochemie-, Auto- und Bauindustrie. «Aber unsere Anstrengungen zur Senkung der Kosten zahlen sich aus und unterstützen unsere Ergebnisentwicklung.»
Zachert rechnet für 2026 nun mit einem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) am oberen Ende der Spanne von 450 bis 500 Millionen Euro. Bisher hatten zwischen 450 und 550 Millionen Euro im Plan gestanden. Analysten hatten zuletzt im Durchschnitt auch schon mit einem Wert am oberen Ende der neuen Zielbandbreite gerechnet.
Wie das im MDax notierte Unternehmen weiter mitteilte, stieg das operative Ergebnis in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um gut 11 Prozent auf 139 Millionen Euro. Nach neun Monaten stehen damit 385 Millionen Euro in den Büchern.
Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um fast 10 Prozent auf rund 1,47 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand wegen hoher Abschreibungen aber erneut ein Verlust, und zwar von 70 Millionen Euro nach einem Verlust von 77 Millionen vor einem Jahr.
Derweil verbesserte sich der freie Barmittelfluss deutlich von minus 14 Millionen Euro auf plus 48 Millionen Euro. «Treiber dafür waren vor allem das operative Geschäft und die erfolgreichen Massnahmen zur Kostensenkung», hiess es vom Unternehmen. Auch für das vierte Quartal rechnet der Konzern mit einem positiven Free Cashflow.
Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan schrieb in einer ersten Reaktion von einem dritten Quartal, das besser gelaufen sei als befürchtet. Das gelte auch für den Ausblick auf den Rest des Jahres.
Die Lanxess-Aktie knüpfte am Donnerstagvormittag mit einem Kursplus von bis zu 18 Prozent auf 14,46 Euro an ihren jüngsten Stabilisierungsversuch an, nachdem sie Ende Oktober auf ein Tief seit März gefallen war. Für den bisherigen Jahresverlauf ergibt sich aber immer noch ein Kursverlust von fast einem Fünftel./mis/lew/zb
(AWP)
