«Wir können uns nicht mehr viele weitere Verluste leisten», sagt Blanc im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. In den vergangenen Jahren sei das Unternehmen auf die Unterstützung von Partnern und des Mehrheitsaktionärs angewiesen gewesen. «Nun müssen wir Mittel finden, um das Wachstum zu finanzieren.»
Derzeit führe Leclanché fortgeschrittene Gespräche mit Kunden und Finanzinvestoren. Die Geschäftspartner seien bereit, das Unternehmen zu unterstützen, erwarteten aber, dass sich der Aktionär oder Investoren ebenfalls engagierten. «Die Investoren wiederum wollen kein Geld bereitstellen, ohne ein gewisses Mass an Kontrolle zu erhalten.»
Bis Ende November braucht Leclanché laut dem CEO Klarheit über die Finanzierung der kommenden Monate. Andernfalls könnten Kunden auf andere Anbieter ausweichen. «Uns bleibt sehr wenig Zeit», sagt Blanc. Das Unternehmen arbeite aber mit Hochdruck daran, die erforderlichen Mittel zu sichern. Die definitive Frist werde vom Verwaltungsrat festgelegt.
Aufträge vorhanden, Kapazitäten fehlen
Laut dem Firmenchef verfügt das Unternehmen über einen Auftragsbestand von rund 500 Millionen Franken. «Könnten wir unsere Produktionskapazität heute verdreifachen, wäre sie sofort ausgelastet», sagt Blanc. Derzeit müsse das Unternehmen die Kunden aber laufend vertrösten.
Die Zukunft von Leclanché hängt am seidenen Faden. Zwei deutsche Tochtergesellschaften sind bereits in Konkurs gegangen. Ob auch die Muttergesellschaft diesen Schritt gehen müsse, liegt laut Blanc beim Verwaltungsrat.
Leclanché wurde 1909 in Yverdon-les-Bains gegründet. Trotz wiederholter Kapitalzufuhren gelang der Weg aus den roten Zahlen seit Jahren nicht. Die Aktien werden seit dem Sommer nicht mehr gehandelt.
(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP zu lesen)
ls/to
(AWP)
