Gleichzeitig dürfte die Inflation laut den KOF-Prognosen 2027 rund 0,5 Prozent betragen. In diesem Szenario bliebe den Beschäftigten somit ein Reallohnzuwachs von gut 0,7 Prozent.

Damit könnte 2027 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein erfreuliches Lohnjahr werden, wie die Zeitung weiter schreibt. Zwischen 2014 und 2023 habe das reale Lohnwachstum hierzulande bei lediglich 0,2 Prozent pro Jahr gelegen. «Die Zahlen können sich angesichts von Belastungen wie den amerikanischen Zöllen oder dem Iran-Krieg durchaus sehen lassen», wird KOF-Ökonom Michael Siegenthaler zitiert.

Allerdings rechnen die Unternehmen selbst laut der Umfrage mit einer deutlich höheren Inflation als das KOF Institut, und zwar mit 1,1 Prozent. Damit bliebe den Angestellten nach Abzug der Inflation real nicht viel mehr Lohn übrig.

Bau an Spitze, Banken am Tabellenende

Nach Branche sticht laut der «NZZ» das Baugewerbe als Spitzenreiter hervor. Es sei die einzige Branche, in der die Firmen nominal und real mit höheren Lohnanpassungen rechneten als vor einem Jahr. Sie erwarteten der Umfrage zufolge ein nominales Plus von 2 Prozent (Vorjahr: 1,6 Prozent). Gründe dafür sind laut dem KOF Institut die gute Geschäftslage und der Fachkräftemangel.

Am deutlichsten sanken die Erwartungen hingegen bei den Banken: Während sie im Vorjahr von einem Lohnplus von 1,4 Prozent ausgingen, werde nun nur noch eine Steigerung von 0,8 Prozent erwartet. Eine Rolle spielen könnten laut Siegenthaler der Zusammenschluss der UBS und der CS, der Einsatz von KI sowie eine wachsende Konkurrenz durch Online-Angebote.

Die Gewerkschaften Travail Suisse, Syna und Transfair werden am (morgigen) Montag eine gemeinsame Medienkonferenz zu ihren branchenspezifischen Lohnforderungen für 2027 abhalten, wie aus einer Einladung von Travail Suisse hervorgeht.

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(AWP)