Bei den um Währungseffekte bereinigten Erlösen peilt der Deutsche-Börse-Konkurrent jetzt ein Plus von mindestens acht Prozent an. Dies teilte das im Stoxx 50 notierte Unternehmen am Donnerstag in London mit. Im dritten Quartal legten die Erlöse um knapp neun Prozent auf 2,41 Milliarden Pfund (2,88 Mrd Euro) zu.

Auch beim Blick auf die Profitabilität auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist die LSE etwas optimistischer geworden. Erst im Sommer war das Ziele angehoben worden. Angaben zur Gewinnentwicklung machte das britische Unternehmen, wie zu dieser Zeit üblich, nun nicht.

Experten lobten sowohl die Erlösentwicklung und den erhöhten Ausblick als auch den angekündigten Zukauf. Die Übernahme ist nach Einschätzung des Citi-Experten Andrew Lowe sowohl strategisch sinnvoll als auch finanziell attraktiv. Zudem seien die Zahlen des dritten Quartals besser als erwartet ausgefallen. Er geht daher davon aus, dass die Durchschnittsschätzung für den Gewinn je Aktie im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen wird.

Die Anteile der LSE verteuerten sich am Nachmittag um knapp sieben Prozent auf 9.372 Pence und waren damit der stärkste europäische Standardwert. Mit dem starken Anstieg kletterte der Kurs auch im laufenden Jahr leicht ins Plus, nachdem das Papier im Februar zeitweise weniger als 7.000 Pence gekostet hatte.

Das Papier ist allerdings trotz der jüngsten Erholung noch weit von seinem Rekordhoch von 12.185 Pence aus dem Februar 2025 entfernt. Zudem entwickelten sich die LSE-Papiere in den vergangenen fünf Jahren deutlich schlechter als die Anteile des Konkurrenten Deutsche Börse, die erst am Donnerstag ein Rekordhoch erreichten.

Seit dem Herbst 2021 zog der Kurs des Dax-Konzerns um fast 120 Prozent an, während der Börsenwert der LSE nur um rund 35 Prozent nach oben kletterte. Deshalb haben die Deutschen inzwischen auch bei der Marktkapitalisierung mit knapp 57 Milliarden im Vergleich zu umgerechnet rund 54 Milliarden Euro die Nase vorn./zb/mis/jha/

(AWP)