Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien minderjährig, die meisten von ihnen Schülerinnen und Schüler, erklärte der Innenminister. Allerdings bedeute dies nicht zwangsläufig, dass die Jugendlichen auch die Schulen besuchten, in deren Nähe sie festgenommen worden seien.

Nach Angaben des Ministers waren am Freitag insgesamt 735 Schulen von den Protestaktionen betroffen, 30 Prozent weniger als am Vortag. Im Umfeld von 158 Einrichtungen sei es zu Ausschreitungen gekommen.

Minister führt Ausmass der Proteste auf soziale Netzwerke zurück

Nuñez erklärte, die Sicherheitskräfte griffen bei Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Gewalttaten systematisch ein. Das Ausmass der Proteste bezeichnete er als erheblich und überraschend und führte es unter anderem auf soziale Netzwerke und den Einfluss der linken Partei La France Insoumise (LFI) zurück.

Die politische Mobilisierung habe der Bewegung eine gewisse Grössenordnung verliehen, sagte Nuñez. Die Gewalt sei den Verantwortlichen jedoch völlig entglitten. Für Aufsehen sorgte am Freitag unter anderem ein Video, das zeigt, wie ein Polizist zu Boden geworfen und getreten wird. Schülervertreter distanzierten sich von Gewalt, riefen zugleich aber dazu auf, die Proteste fortzusetzen./sg/DP/he

(AWP)