Mindestens 15 Tote bei Zyklon in Indien und Bangladesch

Der Wirbelsturm "Amphan" hat in Indien und Bangladesch mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. Mindestens zehn Menschen starben in Indien, mindestens fünf weitere im östlichen Nachbarland Bangladesch.
21.05.2020 04:36

Wie örtliche Medien in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf die Behörden berichteten, hatte der Zyklon das Festland am Mittwoch mit viel Wind und Regen erreicht.

Mehr als drei Millionen Menschen waren den Behörden zufolge in Notunterkünfte gebracht worden. Laut dem indischen meteorologischen Dienst ist "Amphan" einer der schlimmsten Stürme in der Region der vergangenen 20 Jahre. Der Wind habe bis zu 185 km/h erreicht.

Betroffen sind unter anderem die dicht besiedelte Stadt Kolkata im Nordosten Indiens mit ihren 15 Millionen Einwohnern und Küstenregionen mit vielen schlecht gebauten Hütten. Im Tagesverlauf am Donnerstag wurden der indischen Meteorologiebehörde und dem Katastrophenschutz zufolge weitere heftige Regenfälle, Gewitter und Sturmböen erwartet. Der Sturm sollte weiter über Bangladesch ziehen und sich später Richtung Norden nach Bhutan bewegen.

Die Corona-Pandemie macht die grosse Evakuierung noch schwieriger als sonst. Um Abstand zu gewährleisten, stellten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Notunterkünfte zur Verfügung als sonst bei solchen Stürmen. Es würden etwa leerstehende Schulen genutzt. Doch mehr Gebäude zu finden, sei schwierig gewesen, da einige Notunterkünfte zurzeit als Quarantäne-Gebäude oder temporäre Unterkünfte für gestrandete Wanderarbeiter dienten.

Pankay Anand von der Hilfsorganisation Oxfam sagte, dass einige Leute Angst hätten, sich in den Unterkünften mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. Teils würden Masken oder Desinfektionsmittel verteilt. Indien und Bangladesch kämpfen mit einer wachsenden Zahl von Corona-Infektionen. In beiden Ländern gilt eine Ausgangssperre.

Wirbelstürme kommen im Golf von Bengalen immer wieder vor. Bei einem grossen Zyklon im Jahr 1999 starben rund 10'000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den vergangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den letzten Jahren kleiner, da es inzwischen mehr gute Notunterkünfte und Evakuierungspläne gibt.

(SDA)