«Idefix» solle die Marsmond-Oberfläche 100 Tage lang erkunden, teilte das DLR mit. «Unser Rover 'Idefix' und das 'MMX'-Raumschiff unserer japanischen Partner starten als eine Einheit ihre Reise ins Marssystem», erklärten DLR-Projektleiter Markus Grebenstein und Projektleiter Julien Baroukh von der französischen Raumfahrtbehörde CNES in einer gemeinsamen Mitteilung. Erst bei Phobos trennten sich ihre Wege. «Dort wird 'Idefix' Geschichte schreiben - als erster Rover, der jemals Spuren auf einem Marsmond hinterlässt.»
Das Leichtgewicht landet direkt
Besonders an «Idefix» ist dem DLR zufolge seine kompakte Bauart. Der Rover sei nur so gross wie ein Getränkekasten und wiege etwa 25 Kilogramm, habe im Wesentlichen aber dennoch alle Elemente eines vollwertigen Wissenschafts-Rovers. «Aufgrund seines geringen Gewichts und der geringen Schwerkraft wird 'Idefix' direkt auf Phobos landen können, ohne die Hilfe eines Landevehikels.»
Die «MMX»-Sonde soll nach rund einjähriger Flugzeit 2027 den Mars erreichen und in seine Umlaufbahn einschwenken. Voraussichtlich um den Jahreswechsel 2028/2029 wird die Muttersonde dann den Rover aus einer Höhe von etwa 40 Metern über der Oberfläche in den freien Fall Richtung Phobos schicken, hiess es. Einmal gelandet, richte er sich selbstständig auf und sei dann einsatzbereit.
Rätselhafte Entstehung
Die Marsmonde Phobos und Deimos sind neben dem Erdmond die beiden einzigen Monde im inneren Sonnensystem. Sie sind viel kleiner als der Erdmond und nicht kugelförmig, sondern unregelmässig geformt. Der grösste Durchmesser von Phobos beträgt knapp 27 Kilometer, der von Deimos 15 Kilometer. Auf Phobos herrschen dem DLR zufolge extreme Temperaturen von minus 150 bis 30 Grad.
Die Mission zu Phobos soll die Frage klären helfen, ob die beiden Monde eingefangene Asteroiden sind oder aber nach einem Meteoriteneinschlag auf dem Mars entstanden./kll/DP/stw
(AWP)
