Von so einer positiven Entwicklung sind die in New York gelisteten Anteilscheine des Konkurrenten Biontech weit entfernt. Sie erholten sich am Freitag im Kielwasser von Moderna lediglich um 1,5 Prozent auf gut 87 Dollar, nachdem sie zeitweise den tiefsten Stand seit März erreicht hatten. Das Jahresminus liegt bei 8,5 Prozent. Die Mainzer forschen ebenfalls an Krebs-Impfstoffen, können in diesem Bereich aber noch keinen so durchschlagenden Erfolg vorweisen wie der US-Konkurrent.

Nach einem überraschenden Quartalsgewinn, der einer starken Erholung im Corona-Impfstoff-Geschäft geschuldet war, erwartet Moderna für 2026 nun einen Umsatzanstieg zwischen 15 und 25 Prozent. Bisher hatte das Wachstumsziel bei 10 Prozent gelegen.

Luca Issi von der kanadischen Bank RBC attestierte dem Unternehmen ein überraschend starkes Quartal und hob das Kursziel für die Aktien von 130 auf 145 Dollar an. Er lobte den Durchbruch mit dem möglichen Melanom-Impfstoff und die mit der angehobenen Umsatzprognose gesenkte Investitionsplanung. Er tue sich allerdings weiter schwer, die Marktkapitalisierung von mehr als 100 Milliarden Dollar zu rechtfertigen, merkte der Analyst an. Denn diese beruhe auf der Annahme, dass der mRNA-Impfstoff-Ansatz auch bei etlichen anderen Tumortypen funktioniere. Die Liste der Medikamente, bei denen sich diese Hoffnung nicht bewahrheitet habe, sei allerdings lang./gl/he

(AWP)