Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Grossmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.
In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte Druck auf Unternehmen. Die Lieferketten für ausländische Bauteile müssten unterbrochen werden. Russland setze gegen Frontgemeinden täglich etwa 220 Gleitbomben ein, die es trotz Sanktionen herstelle und anpasse, schrieb er in sozialen Medien.
Drohungen vor dem nächsten Winter
Derweil drohte das Verteidigungsministerium in Moskau in einem Telegram-Post, die Ukraine im Winter einzufrieren. Es veröffentlichte ein Bild, das fliegende Drohnen und den Schriftzug «Wie Schnee auf den Kopf» zeigt. Dazu wurde geschrieben: «Im Winter werdet ihr einfrieren.» Im vergangenen Winter hatte Moskau massiv die ukrainische Energieversorgung attackiert. Teilweise waren Millionen Menschen in dem Land bei zweistelligen Minusgraden ohne Strom, Wasser und Heizung. Das ukrainische Militär reagierte mit dem Bild einer Rauchsäule über einer Ölanlage in Russland. «Wir werden uns am Feuer russischer Raffinerien wärmen», hiess es.
Ukrainische Gegenangriffe zielen auf Hafen und Versandhändler
Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Gegenangriffe auf Russland unterdessen fort. Über der Region Leningrad seien 51 Drohnen abgewehrt worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko mit. In der Folge sei ein Feuer im Hafen Ust-Luga ausgebrochen. Die Schäden durch den Drohnenangriff wurden seinen Angaben zufolge allerdings schnell beseitigt. Der Ostseehafen Ust-Luga ist wichtig etwa für den Export von Flüssiggas, Düngemittel und Kohle. Er war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.
Auch in der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer berichteten Behörden von Schäden. Herabstürzende Drohnentrümmer beschädigten demnach die Wand eines Lagerhauses des Versandhändlers Wildberries. Verletzt wurde demnach niemand.
Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. In seinem Abwehrkampf setzt Kiew vor allem auf Drohnenangriffe auf das russische Hinterland./ksr/DP/mis
(AWP)
