Skyguide hatte am 19. Mai 2026 angekündigt, im Rahmen ihres Effizienzprogramms eine potenzielle Massenentlassung zu prüfen. Zu Beginn der Konsultation ging das Unternehmen von maximal 220 möglichen Entlassungen aus. Dank des Konsultationsprozesses fällt die Zahl der Kündigungen nun deutlich tiefer aus als angenommen, wie Skyguide am Montag weiter mitteilte. Es liegt ein Sozialplan vor.

Mitarbeitende, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen hätten 141 Vorschläge eingebracht, um die Zahl der Kündigungen zu senken. Skyguide habe diese geprüft und dort umgesetzt, wo sie einen wesentlichen Beitrag leisteten.

Am Sparziel wird festgehalten

Am geplanten Sparziel von 51 Millionen Franken und dem Abbau von rund 200 Stellen hält Skyguide nach eigenen Angaben aber unverändert fest.

Anfang 2027 tritt die neue Organisationsstruktur in Kraft, die auch eine von neun auf fünf Mitglieder reduzierte Geschäftsleitung vorsieht. Viele Mitarbeitende wechseln laut Medienmitteilung dann ihren Bereich oder ihr Team. Danach folge die zweite Kündigungswelle im Frühjahr 2027.

Syndicom: Erfolg für Mitarbeitende

Die massive Reduktion der angekündigten Kündigungen sei ein wichtiger Erfolg für die Mitarbeitenden. Sie zeige, dass Verhandlungen und Sozialpartnerschaft konkrete Verbesserungen ermöglichen könnten, teilte die Gewerkschaft Syndicom am Montag mit. Trotz dieses wichtigen Erfolgs bleibt die Situation für die Mitarbeitenden anspruchsvoll. Da die bis Ende 2028 wegfallenden Stellen nicht ersetzt werden sollen, steige die Belastung für die verbleibenden Mitarbeitenden.

Die Restrukturierung soll Skyguide nach eigenen Angaben organisatorisch und finanziell nachhaltig aufstellen, da der finanzielle Druck auf das Unternehmen in den vergangenen Jahren zugenommen hat.

Verkehrsaufkommen unter den Erwartungen

Auch liegt das Verkehrsaufkommen, trotz einer intensiven Sommerperiode, insgesamt unter den Erwartungen, wie Skyguide schreibt. Dadurch fehlten gegenüber der Planung jährlich 15 bis 20 Millionen Franken. Gleichzeitig verlangten die europäischen Behörden im Rahmen der Verhandlungen zum National Performance Plan zusätzliche Kostensenkungen.

Skyguide lebt hauptsächlich von den Gebühren der Fluggesellschaften für Landungen und Überflüge. Wo der Betrieb nicht kostendeckend ist, springt der Bund ein. Als Hauptaktionär leistet er über 120 Millionen Franken für spezielle Aufgaben wie die militärische Flugsicherung oder Dienstleistungen in den Lufträumen im grenznahen Ausland.

(AWP)