Der Nein-Anteil für die Neutralitätsinitiative lag bei 50 Prozent, während 41 Prozent die Vorlage befürworteten und neun Prozent noch unentschlossen waren. Das ging aus dem am Dienstag veröffentlichten Stimmungsbarometer des Umfrageinstituts Yougov Schweiz hervor.
Die Parteiaffinität der Befragten war ein entscheidender Faktor für die Stimmabsicht. Anhängerinnen und Anhänger der SVP - die als einzige grosse Partei offiziell hinter der Vorlage steht - sprachen sich zu 76 Prozent für die Neutralitätsinitiative aus. Bei der Wählerschaft von Grünen, SP und GLP lag die Ablehnung hingegen zwischen 76 und 81 Prozent. Auf die Kantone heruntergebrochen, fand die Vorlage einzig im Tessin eine klare Mehrheit.
Nur die Grünen für Ernährungsinitiative
Die sogenannte Ernährungsinitiative wiederum erreichte in keinem Kanton eine Mehrheit der Ja-Stimmen - im Tessin liess die Schätzung aber keinen Schluss über den Ausgang zu.
Das Verhältnis betrug laut der Umfrage 52 Prozent Nein- zu 37 Prozent Ja-Stimmen. Elf Prozent der Befragten waren noch unentschlossen.
Bei dieser Vorlage waren die Grünen die einzige Partei, deren Anhängerschaft mehrheitlich zustimmen wollte. Die SP war mit einem Ja-Anteil von 48 Prozent gespalten, die Grünliberalen zu 55 Prozent dagegen. Die höchsten Ablehnungsraten fanden sich bei den Wählenden der FDP (73 Prozent) und der Mitte (65 Prozent).
Ablehnung wächst
Im Vergleich zu einer ersten Erhebung im Juli wuchs das Nein-Lager bei der Neutralitätsinitiative um 12 Prozentpunkte, während es bei der Ernährungsinitiative um 9 Prozentpunkte zulegte. Der Zuspruch blieb derweil nahezu unverändert, im Falle der Ernährungsinitiative ging er leicht zurück.
Für die Umfrage befragte Yougov zwischen dem 3. und 17. August insgesamt 3080 stimmberechtigte Personen.
Unnötig oder zu restriktiv
Die Befürwortenden der Neutralitätsinitiative begründeten ihre Absicht mehrheitlich mit einer positiven Haltung zur Schweizer Neutralität. Die Gegnerschaft wiederum erachtete die Initiative als zu weitgehend oder unnötig. Eine weitere Gruppe argumentierte, die Schweiz müsse sich weiterhin an Sanktionen gegen Aggressorstaaten beteiligen können.
Bei der Ernährungsinitiative stand für die Befürwortenden gesunde Ernährung im Vordergrund, gefolgt von Argumenten der Versorgungssicherheit. Wer die Initiative ablehnte, kritisierte deren Ausgestaltung als zu extrem, bevormundend und restriktiv.
(AWP)
