Solange die iranische Führung existiere, werde sie versuchen, Atomwaffen herzustellen, sagte Netanjahu. «Der einzige Weg, dies zu verhindern, ist der Sturz dieses Regimes.» Der israelische Regierungschef hatte schon früher einen Machtwechsel im Iran angestrebt. Bei dem Ende Februar von Israel und den USA begonnenen Krieg wurden viele einflussreiche iranische Generäle und Spitzenpolitiker gezielt getötet, zu einem Sturz der Regierung führten die Angriffe aber nicht.

Am 27. Oktober wählen die Menschen in Israel ein neues Parlament. Dabei wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Netanjahu und seinem wichtigsten Herausforderer, dem Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot, erwartet.

Spekulationen über neue Eskalation mit dem Iran

Netanjahu hatte am Dienstag laut israelischen Medienberichten überraschend US-Verteidigungsminister Pete Hegseth getroffen. Das US-Nachrichtenportal «Axios» brachte Hegseths Besuch in Israel mit Spekulationen über eine mögliche erneute Eskalation im Konflikt mit dem Iran in Verbindung.

Katz: mehr als 60 Dörfer im Südlibanon zerstört

Netanjahu sagte weiter, dass Israels Armee in der einseitig eingerichteten «Sicherheitszone» im Südlibanon die gesamte terroristische Infrastruktur der schiitischen Hisbollah zerstört habe.

Laut Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz mussten alle rund 200.000 schiitischen Einwohner das Gebiet verlassen. In der Gegend leben unter anderem zudem auch Christen. Katz zufolge wurden mehr als 60 Dörfer und 23.000 Häuser, die von der Hisbollah als Stützpunkte genutzt worden sein sollen, zerstört. Die israelische Armee werde sich nicht aus der «Sicherheitszone» zurückziehen, solange die Hisbollah nicht im gesamten Libanon entwaffnet sei, sagte Katz weiter. Israel will laut eigenen Angaben mit der Einrichtung der Zone Angriffe der Hisbollah auf den Norden des Landes verhindern.

Katz drohte zugleich mit neuen Bodeneinsätzen und Einnahme von Gebieten im Südlibanon, sollte sich die Hisbollah einem iranischen Angriff auf Israel anschliessen. Netanjahu kündigte derweil an, Israel werde demnächst mit dem Libanon Frieden schliessen./cir/DP/jha

(AWP)