Der Umsatz legte im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) zu. Das war der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren - der Wert entsprach zugleich den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um rund 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar.
Zweifel an Nutzer-Aktivität
Netflix ist nach wie vor die klare Nummer eins im Videostreaming. Doch das Geschäft wächst laut einem jüngsten Eingeständnis von Sarandos nicht so schnell wie erhofft. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte, dass die Aktivität der Netflix-Zuschauer laut Marktforschern abnimmt.
Bei der vergangenen Runde von Preisverleihungen gingen Filme und Serien des Streamingdienstes weitgehend leer aus. Auf Hits wie «Stranger Things» oder «Squid Games» folgten keine Titel, die sich ähnlich im Zeitgeist etablieren konnten.
Neuer Programmchef
Vergangene Woche kam dann der Knall: Netflix strich rund sechs Prozent der Arbeitsplätze, etwa 1.000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Die Umwälzungen reichen bis in die Chefetage. Die langjährige Programmverantwortliche Bela Bajaria, die die Vision umsetzen sollte, dass möglichst alle Zielgruppen überall auf der Welt etwas für sich bei Netflix finden können, musste gehen.
Kurz danach traf es auch Filmchef Dan Lin. Bajarias Rolle übernimmt nun Peter Rice, der bei klassischen Studios wie Disney Karriere machte. Es wird spekuliert, Netflix könnte mit Rice mehr Filme zunächst breit in Kinos bringen - etwas, was Sarandos stets als Ablenkung vom Kerngeschäft abschmetterte.
Auch jetzt unterstrich Sarandos, dass Netflix zuallererst auf Streaming ausgerichtet sei. «Das ist unser Kern.» Zugleich werde man einige Filme wie etwa den «Narnia»-Streifen von «Barbie»-Regisseurin Greta Gerwig zunächst für 45 Tage exklusiv in Kinos bringen - so wie es traditionelle Studios machen.
Peters stellte zugleich in Aussicht, dass Netflix den in Frankreich erprobten Deal, bei dem das Programm von TF1 über die Streaming-Plattform verfügbar ist, auch mit anderen Partnern eingehen könnte.
Verlorener Bieter-Wettstreit
Im vergangenen Jahr versuchte Netflix, mit dem Kauf des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Brothers für rund 80 Milliarden Dollar zu wachsen. Das hätte das Netflix-Sortiment um die TV-Bibliothek des Bezahlsenders HBO und fürs Kino gemachte Filme erweitert.
Doch der Hollywood-Rivale Paramount setzte sich am Ende mit einem Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery samt Fernsehsendern wie CNN durch. Die Netflix-Aktie notiert mehr als 40 Prozent schwächer als vor einem Jahr. Nach Vorlage der Zahlen gab sie im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent nach./so/DP/zb
(AWP)
