«Die Schifffahrt steht ihren Kunden als Dienstleister weiterhin zur Verfügung; es kann jedoch nur mit deutlich weniger Ladung gefahren werden», sagte Spiess. Die Schifffahrt fahre, solange es sicher möglich sei. Dies stehe im Ermessen der Schiffsführung. Die im vergangenen Monat eingeleiteten Massnahmen, wie etwa die Aufhebung von Sonn- und Feiertagsverboten für Lastwagen, können die Lieferketten laut Spiess teilweise stabilisieren.

Nullpunkt in Kaub unterschritten

Der Abschnitt zwischen St. Goar und Mainz gilt als «Nadelöhr» der Rheinschifffahrt. Die Fahrrinne ist laut BDB schlechter ausgebaut als flussaufwärts und flussabwärts. Der dort gelegene Pegel in Kaub unterschritt am Wochenende zeitweise den Nullpunkt und erreichte damit einen historischen Tiefstand.

In Köln wurde am Montag mit 40 Zentimetern ebenfalls ein Niedrigwasser-Rekord aufgestellt. Die Schifffahrt hat nach Beobachtung des Wasserstrassen- und Schifffahrtsamtes stark abgenommen. Die Fahrrinne ist tiefer als der Pegelstand am Ufer. In Köln etwa sind es dem Amt zufolge 1,11 Meter mehr.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung rechnen damit, dass die Pegelstände in Köln zum Ende der Woche und in Kaub ab dem kommenden Wochenende steigen.

Bereits in der ersten Augusthälfte waren die Pegelstände am Rhein deutlich gesunken. Daraufhin brach die Frachtschifffahrt ein. Güterschiffe konnten entweder gar nicht mehr oder nur leer fahren. In der zweiten August-Hälfte stiegen die Wasserstände wegen der Niederschläge wieder an./cr/DP/jha

(AWP)