Noch lassen sich die Auswirkungen der am Mittwoch bekanntgemachten weltweiten Schwachstelle in der Programmiersprache PHP auf den Schweizer Cyberraum nicht abschätzen. Belastbare Zahlen und Daten zu den betroffenen Webseiten, Onlineshops oder interne Anwendungen liegen nicht vor, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.

Auch in der Bundesverwaltung seien PHP-basierte Anwendungen betroffen gewesen. Die zuständigen Stellen sein informiert und zur raschen Installation der Sicherheitsupdates aufgefordert worden. Um welche Anwendungen es sich konkret handelt, konnte das BACS nicht nennen. Auch liege keine vollständige Übersicht über den aktuellen Aktualisierungsstand vor.

Verschiedene Webseiten heruntergefahren

Bekannt wurde, dass verschiedene Webseiten in der Schweiz am Mittwoch präventiv heruntergefahren und Anwendungen vorübergehend sistiert wurden: so unter anderem die kantonalen Webseiten von Basel-Stadt sowie Anwendungen von Schweizer Universitären und Hochschulen.

Das BACS weist mit Nachdruck darauf hin, dass Sicherheitsupdates für die bekannten Schwachstellen vorhanden seien und installiert werden müssten. Nach aktuellem Kenntnisstand seien aber keine Angriffe in der Schweiz bekannt. Dies schliesse aber bislang unerkannte oder nicht gemeldete Vorfälle nicht aus. Für kritische Infrastrukturen gibt es seit 1. April 2025 eine Meldepflicht.

Das Ausmass der Bedrohung lässt sich nicht über einen Kamm scheren, sie hängt laut BACS von der eingesetzten PHP-Version ab. Ein allgemeiner Zeitpunkt für die vollständige Behebung der Sicherheitslücke lasse sich deshalb nicht nennen.

Hacker-Versuche in Deutschland

Aus Deutschland werden derweilen «Millionen» Hacker-Versuche gemeldet, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag vermeldete. Mehrere Bundesländer, Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser hätten auf Aufforderung des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik hin vorsorglich ihre Webseiten vorübergehend vom Netz genommen.

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, Marc Henrichmann, sprach von der «ernstesten Sicherheitslücken der vergangenen Jahre». Die Schwachstelle betreffe einen Grossteil der Webseiten weltweit und sei «ein Problem für die gesamte digitale Infrastruktur». Der Fall zeige, wie verwundbar staatliche Einrichtungen seien, wenn zentrale Software über Jahre unentdeckte Fehler enthalte. Solche Sicherheitslücken würden gezielt von Kriminellen und staatlichen Akteuren ausgenutzt.

(AWP)