Die Geschosse flogen etwa 250 Kilometer weit und stürzten dann ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer), wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte berichtete. Auch das für den Pazifik zuständige Regionalkommando des US-Militärs bestätigte die Raketenabschüsse und teilte mit, es habe keine Gefahr für US-Personal oder Alliierte der Vereinigten Staaten bestanden.

Raketenabschuss kurz nach Militärübung

Aus Pjöngjang lag zunächst keine Reaktion vor. Zu Beginn des fünftägigen Militärmanövers südlich und östlich der südkoreanischen Insel Jeju am Montag hatte Nordkoreas Verteidigungsminister Kim Song Gi die Übung als «provokativ» bezeichnet. Beteiligt waren unter anderem die Luftwaffe und Marine der drei Länder. Das Manöver fand nach US-Angaben in internationalen Gewässern statt.

Nordkorea hatte erst vor rund drei Wochen mehrere Kurzstreckenraketen Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Dem abgeschotteten Land unter Machthaber Kim Jong Un ist es gemäss mehreren Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.

Trump liess Militärmanöver reduzieren

Mitte August machten sowohl Südkorea als auch die USA deutliche Zugeständnisse an Nordkorea. So ordnete US-Präsident Donald Trump an, ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Er verwies dabei auf seine angeblich «sehr gute Beziehung» zu Nordkoreas Machthaber Kim und sagte, er rechne damit, diesen noch in diesem Jahr zu treffen. Kim selbst hat sich zu dem Gesprächsangebot bislang nicht öffentlich geäussert.

Vergangene Woche erklärte Kim, er wolle Nordkoreas Marine zu einer atomar bewaffneten Streitmacht weiterentwickeln.

(AWP)